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Axel Mayer - Ich erinnere mich

Zwischenbilanz / Rückblick


Axel Mayer: Ich erinnere mich:

  • an die ungeteerte Grünlestrasse vor der Gemeindewohnung meines Elternhauses in Teningen und an "dä Nachtkrab wu im Keller wohnt"
  • an den angekündigten kleinen Bruder der dann eine Schwester wurde und nicht sofort Fußball spielen konnte
  • an den Wunsch der Erzieherin am ersten Tag im Kindergarten ein Lied vorzutragen. Mein Lied: „ Kinderschieler, Suppetrieler, nämm de Leffel mid-schbaziere“ war kein Erfolg
  • an Geschichten aus der Kindheit meines Vaters Alexander Mayer (1915-2009). Er hütete als bitterarmer Hütejunge im Schwarzwald die Kühe auf der Weide. Ganzjährig ohne Schuhe und im Winter mit den Füßen in den Kuhfladen, damit die Zehen nicht erfrieren...
  • an eine Fehlinvestition meiner Eltern: „Schönschreibnachhilfe bei Frau Becker“
  • an die Cowboy und Indianer Filme meiner Kindheit. Ich wusste damals noch nicht, dass mit diesen Filmen einen Völkermord schöngefilmt wurde
  • an einen Besuch mit meiner Hauptschulabschlussklasse bei der Teninger Firma Tscheulin. Mein wiederholtes Nachfragen nach dem Gehalt der Tscheulin Chefs wurde nicht beantwortet
  • an die fast vollständig durchgelesene Teninger Pfarrbücherei. An Thor Hayerdal, Sven Hedin, Mühlenweg, an „die Höhlenkinder“, „Sieben Jahre in Tibet“ und an den „Gelben Stern“
  • an den ersten und an den zweiten Kuss
  • an eine lehrreiche Leerzeit mit Normschriftübungen auf dem Emmendinger Vermessungsamt. Die Lehrlingsausbilder waren alle in der CDU. Nur mein Ausbilder war nicht in der CDU. Er war "früher schon einmal in einer Partei" und er hat mir viel aus der BILD Zeitung vorgelesen.
  • an den Wald Disney Film „Unser Freund das Atom“ der zeigte wie ein großes Schiff mit „drei Brikett Uran“ sieben mal um die Erde fahren konnte
  • an „Willi wählen“ Che-Plakate, an die Lehrlingshoffnung auf das chilenische Experiment und den ungesühnten Tod von Salvator Allende im Auftrag der US-Konzerne
  • an die im Stadion von Santiago de Chile gefangenen, gefolterten und ermordeten Chilenen und den Satz »Das Leben im Stadion ist bei sonnigem Wetter recht angenehm.« von Bruno Heck, Generalsekretär der CDU und an die Sympathie vieler CDU/CSU Politiker für das Apartheidsregime in Südafrika.
  • an die sechziger Jahre mit Intoleranz, Kuppeleiparagraph, Hetze der Bildzeitung und den "Deutschen Herbst". An liberalere, toleranter und freier werdende Zeiten und an eine aktuell wieder bedrohlich zunehmende Intoleranz und (nicht nur) religiösen Fundamentalismus.
  • an eine lange, verregnete, erfolgreiche Bauplatzbesetzung in Schlamm und Kälte gegen das geplante Bleichemiewerk in Marckolsheim
  • an die Bewusstwerdung wie schön und wichtig das Selbstverständliche ist: „Meine alemannische Sprache“.
  • an die Hoffnungslosigkeit angesichts von Konzern- und Staatsgewalt beim Beginn des Konflikts um das AKW Wyhl, an das selbstbewusste alemannische "Nai hämmer gsait" und an das Glücksgefühl als am Tag der Bauplatzbesetzung die Polizei vom Wyhler Platz abgezogen wurde
  • an meine Mitarbeit und die Nachtwachen bei der lächerlich kleinen „größten Alternativenergieausstellung der Welt“, die Sonnentage in Sasbach und an andere frühe Kämpfe für Windenergie, Solartechnik und Energiesparen.
  • an die ungewöhnliche Entscheidung für ein Arbeiterkind „gegen die Sicherheit“ nicht Beamtenanwärter zu werden, sondern den zweiten Bildungsweg zu versuchen.
  • an den behüteten pädagogischen Schonraum der evangelischen Fachhochschule in Freiburg
  • an Tage und Nächte auf den Bauplätzen in Wyhl, Gerstheim, Kaiseraugst, Heiteren und später im Gencamp in Buggingen und an Demos, Plakatieraktionen, den Gorleben Treck, den Volkszählungsboykott, die Freie Republik Wendland und die wilde Gründungsphase von Radio Dreyeckland
  • an den Brandanschlag auf das Freundschaftshaus unter dem besetzten Mast in Heiteren und die Ermordung einer Praktikantin vor unserer BUND - Ökostation im Seepark
  • an die Atomunfälle von Harrisburg, Tschernobyl und Fukushima, an die Chemieunfälle in Bhopal und Seveso und den chemisch gereinigten Rhein nach dem Sandozbrand in Schweizerhalle
  • an den Zustand von Bächen und Flüssen in denen heute wieder gebadet wird und die an die Kämfe, die mit diesem Fortschritt verbunden waren
  • an Diskussionen und Streit mit der DKP und dem MSB-Spartakus wegen der sowjetischen Invasion in Afghanistan und daran, dass heute CDU-CSU-FDP-SPD&GRÜNE fast genauso argumentieren wie damals die DKP
  • an die lange Fahrt mit dem ersten Hilfs-LKW nach Gomel im Gebiet von Tschernobyl
  • An eine verrückt-riskante Schmuggelfahrt mit Babs, durch die DDR und über die Grenze zur Sowjetunion, mit verbotener Ökoliteratur, Umweltanalysekoffern und Material für die noch verbotene Umweltbewegung in Estland, Lettland und Litauen
  • An die Gründung der GRÜNEN, basisdemokratisch, ökologisch und gewaltfrei... Wer hätte gedacht dass die, im Vergleich zu anderen Parteien, kurze Warteschlange vor der grünen Karriereleiter, diese Partei so schnell und radikal verändern würde?
  • an´s Trampen, an verrückte „kreuz und quer durch Europa Interrailtouren“, an einen ungeplanten Trip durch den Iran zu Zeiten des Shah, an das alte Afghanistan, an die noch unzerstörten Buddhas von Bamian und an die lapislazuliblauen Seen von Bandi Amir
  • an die schönen Reste und Fragmente ehemaliger Flußlandschaften, an Wasser, Inseln und Bootstouren auf Allier, wilder Gutach, Loire, Thorneälf, Klarälf, Sun Kosi und an ein Kajak-Kindheitsbuch des weitsichtigen Herbert Rittlinger, der nach dem Weltkrieg „Das baldverlorene Paradies“ der Flüsse beschrieben hatte
  • an Bob Marleys Musik in Alices Restaurant
  • an weite, schöne, karge, stille Landschaften und lange Wanderungen. An Berge und Hochwüsten, an Kaiserstuhl, Schwarzwald, Vogesen, Ätna, Abruzzen, Alpen, Himalaya, Pamir, Tien Shan...
  • an Zeiten in denen Micky Maus noch im Pariser und Ruster Käfig gefangen war, als der Taubergießen, der Feldberg, die Plitwitzer Seen, Les Baux, Tarn, Dordogne und Ardeche noch keine Naturrummelplätze waren
  • an die GRÜNEN mit Ecken und Kanten vor der inneren und äußeren Anpassung an die "bürgerliche Kleiderordnung". Als die Folgen der „Parteierziehung durch die Medien“ noch nicht so deutlich war und an die nicht vergnügungssteurpflichtige Arbeit als Kreisrat im Kreistag Emmendingen und in der "letzten politischen Boygroup" im Zweckverband Kahlenberg
  • an gute Chefs, Vorstände, freundliche Teams, Mitarbeiter die Freunde sind und mühsamgute Arbeit mit Karl, Luise, Jean Paul, an die Arbeit beim BUND und an Zivis & FÖJ von denen ich viel gelernt habe.
  • an verschwendete, selbstbetäubende Abende vor der Glotze nach mühsam-schweren Arbeitstagen
  • an Niederlagen: Nachrüstung, B31 Ost, den vorhergesagten Brand des nichtbrennbaren Giftmülls bei Stocmine, Säurefabik Marckolsheim, Stuttgart 21 und das immer noch nicht abgestellte AKW Fessenheim und Kriegen für Öl
  • an den zunehmenden Eindruck tiefgreifender Zerstörung von Heimat, Landschaft, Städten und an Kulturverlust und Innenweltzerstörung
  • an konstruktive Konflikte, aber auch an Intrigen, Denunziationen, Bedrohungen und an mühsame Kämpfe mit mächtigen Gegnern

    Usine Kaisersberg: Vorher

    Usine Kaysersberg: Nachher

  • an Erfolge: Wyhl, Kaiseraugst, Gerstheim, an die Realisierung der gesponnenen Alternativenergie-Vision der Sasbacher Sonnentage, an den „Knoten“ auf dem Abflussrohr der Usine Kaysersberg, an die gesparte Milliarde DM in Sachen Müllverbrennung Emmendingen, an Wasserqualität und saubere Luft und an die erfolgreichen schönen Sommer im Bugginger Gencamp
  • an das erstaunlich friedliche Ende des real existierenden Sozialismus und an viele Anzeichen, dass der enthemmte Kapitalismus, die weltweite Raubbauwirtschaft mit ihren Wachstumsträumen, sich weniger friedlich zu Tode siegen könnte
  • An das zunehmenden Wissen, dass ich mich wohl mit dem Versuch der „Entschleunigung der Zerstörung“ zufrieden geben muss, damit Ökotopia, Nachhaltigkeit und das vor uns liegende Zeitalter der Aufklärung zumindest eine kleine Chance haben
  • an Menschen: an Familie, Freunde, Mitstreiter, Wegbegleiter
  • an die Musik von Mic Jagger, Jim Morrison, Jimi Hendrix, Ian Anderson, Keith Jarret, Hannes Wader, Walter Mossman und an Bob Marleys: „Good friends we have had and good friends we have lost along the way,“


Axel Mayer

eine kleine Auswahl: Reden von Axel Mayer











Reden von Axel Mayer





Axel Mayer

  • Jahrgang 1955, geboren in einer Teninger Arbeiterfamilie
  • seit der Bauplatzbesetzung im elsässischen Marckolsheim 1974 aktiv im regionalen, grenzüberschreitenden Natur- und Umweltschutz und der Friedensbewegung im Dreyeckland
  • langjähriger Sprecher der Bürgerinitiative Riegel, einer der Badisch - Elsässischen Bürgerinitiativen (Wyhl)
  • in der "wilden" Gründungsphase Mitstreiter von Radio Dreyeckland, heute nur noch Mitglied
  • seit dem 13.1.1992 Kreisrat im Landkreis Emmendingen
  • BUND - Regionalgeschäftsführer für die Region Südlicher Oberrhein
  • Vizepräsident im „Trinationalen Atom-Schutzverband der Bevölkerung um das Atomkraftwerk Fessenheim“ (TRAS)
  • nach einigen Jahren in Teningen und Riegel heute in Endingen wohnend
  • Vermessungstechniker, Sozialarbeiter und jetzt BUND-Regionalgeschäftsführer für die Region Südlicher Oberrhein
  • Kreisrat im Kreistag Emmendingen, gewähltes Mitglied im Zweckverband Kahlenberg und im Innovationsfond der Badennova
  • Interesse und Engagement in Sachen, Umwelt, Natur, Nachhaltigkeit, Demokratie, sozialer Gerechtigkeit und getragen von der Hoffnung auf das vor uns liegende Zeitalter der Aufklärung
  • fasziniert von manchen Menschen, großen weiten Landschaften und alemannischer Regionalkultur
  • erschreckt über die mich umgebende Umwelt- und Innenweltverschmutzung, die fortschreitende Zerstörung meiner Heimat am Oberrhein und die Manipulierbarkeit der Menschen


Axel Mayer


Meine Rede zur Atom-Kundgebung am 23.Oktober 2010 in Freiburg

Es ist mir eine große Ehre, dass Marianne Fritzen aus Gorleben, diese Rede auch im Rahmen der Castorblockade 2010 in Gorleben gehalten hat. Danke Marianne & Dank ins Wendland!



Atomkraft - Stuttgart 21 & Fortschritt
Höher, Schneller, Weiter, aber wohin?



Hallo Freiburg,

Höher! Schneller! Weiter! Fortschritt?
  • Was ist Fortschritt?
  • Wer definiert Fortschritt?
  • Gibt es auch „falschen“ Fortschritt?
  • Und nützt Fortschritt immer auch den Menschen?

Höher! Schneller! Weiter! Atomkraft
Welche große Hoffnung war einmal mit der Nutzung der Atomkraft verbunden?
Und heute:

  • Wir hatten die Unfälle in Harrisburg und die Katastrophe in Tschernobyl mit Tausenden von Toten
  • Wir haben Atommüll für 1 Million Jahre und Krebs in der Umgebung von AKW


Höher! Schneller! Weiter! Laufzeitverlängerung!
Was bedeutet Laufzeitverlängerung?

  • Laufzeitverlängerung bedeutet: Satte Gewinne der Energiekonzerne
  • Laufzeitverlängerung bedeutet: Mehr Kinderkrebs in der Umgebung von Atomanlagen
  • Laufzeitverlängerung bedeutet: Die zunehmende Gefahr katastrophaler Unfälle
  • Laufzeitverlängerung ist Gefahrzeitverlängerung


Höher! Schneller! Weiter! Asse!
Wurde uns die Atommülldeponie nicht als absolut sicherer Fortschritt verkauft?
Und heute?

  • Die Atommülldeponie läuft voll Wasser
  • Es wurde illegal stark strahlendes Plutonium eingelagert
  • Die Kosten von 4 Milliarden Euro tragen nicht die Konzerne sondern wir


  • Werden die Verantwortlichen für das Asse-Desaster bestraft?
  • Wurde je die Frage gestellt ob die Verantwortlichen bestraft werden?
  • Vermutlich gibt es überhaupt keine Verantwortlichen


Höher! Schneller! Weiter!

  • Holzschutzmittelgift
  • FCKW´s
  • Asbest
  • Contergan
  • Dioxinvergiftung in Seveso
  • Chemiekatastrophe Bhopal
  • Grundwasserversalzung am Oberrhein
  • Klimawandel
  • Peak Oil, Peak Gas, Peak Uran, Peak Everything
  • Harrisburg und Tschernobyl


Alles Fortschritt? Viele Opfer, Viel Leid, Viele Verbrechen
Und fast nie wurde ein Verantwortlicher richtig bestraft
Umweltstrafen gibt’s fast nur für die kleinen Umweltsünder
Es gibt in Sachen Umweltverbrechen ein Gerechtigkeitsdefizit in Deutschland

Die Nutzung der Atomenergie und die Laufzeitverlängerung funktioniert nur in Ländern, in denn die politisch Verantwortlichen wissen, dass sie nach einer Katastrophe nicht zur Rechenschaft gezogen werden


Was ist ein Verbrechen?
Die Umwelt zu vergiften oder sie zu schützen?

Was ist ein Verbrechen?
  • Die Castoren am 6.11 bei der Südblockade in Berg und in Gorleben gewaltfrei zu bremsen?
  • Oder ist es ein Verbrechen AKW zu betreiben?


Höher! Schneller! Weiter! Stocamine
War die modernste, sicherste und beste Deponie für nicht brennbaren Giftmüll vor unserer Tür im Elsass nicht ein Fortschritt?

  • Ich erinnere mich an die BUND-Proteste

  • Ich erinnere mich an den berühmten Satz: „Nach übereinstimmender Ansicht der Experten kann ein Risiko ausgeschlossen werden.“
  • Ich erinnere mich an den Brand des nicht brennbaren Giftmülls
  • Ich erinnere mich an lächerliche Strafen für die Betreiber


Und jetzt sagen die Experten dass in 100 bis 150 Jahren die Grube vollläuft und das Grundwasser am Oberrhein gefährdet ist

Die Inbetriebnahme der Stocamine wurde toll kommuniziert
  • „Gute Kommunikation“ mit dem Bürger das will doch auch Herr Mappus in Stuttgart und die Schweizer Atomlobby mit ihrem neuen Atommülllager in Benken
  • „Gute Kommunikation“ in Sachen Stocamine hieß, dass der Giftmüll gezuckert und gepudert wurde
  • „Gute Kommunikation“ ist häufig Greenwash

Die Scheiße wird gezuckert bis sie den Menschen schmeckt

Höher! Schneller! Weiter! Fossile Rohstoffe
Wie gehen wir mit unseren Ressourcen um?

In einem Jahr verbrauchen wir gerade weltweit so viele fossile Rohstoffe, wie die Erde innerhalb einer Million Jahre herausgebildet hat.
Wir stehen vor Peak Oil, Peak Gas, Peak Uran, Peak Everything

Tiefer! Schneller! Weiter! Stuttgart 21

Sind die S-21 GegnerInnen nur Nein-Sager?

Die GegnerInnen von Stuttgart 21 sind in erster Linie JA-Sager!
Aus ihrem Nein zum überteuerten, risikobehafteten Protz- und Immobilienprojekt erwächst ein lautes deutliches JA:

  • Ein JA zu einem kostengünstigen, modernen, zukunftsfähigen oberirdischen Kopfbahnhof in Stuttgart
  • Ein JA zu einer zukunftsfähigen Bahn, zu schnellen und pünktlichen, gut vernetzten Bahnververbindungen in ganz Baden-Württemberg


Welche Provokation für die „konservative“ CDU:
Sie sind für eine kluge, resourcenbewusst - bescheiden Lösung
Resourcenbewusst – Bescheiden: welch garstiges Wort in Zeiten der Habgier


Höher! Schneller! Weiter! Atomexport

Warum hat ein politisch instabiles Land wie Pakistan die Atombombe?
Weil es mit deutscher Hilfe Atomanlagen gebaut hat
Der Außendienstmitarbeiter des französischen Atomkonzerns AREVA, Herr Sarkozy will AKW exportieren.
Herr Sarkozy liefert AKW in Spannungsgebiete nach Marokko, nach Algerien nach Lyben
Er exportiert Atomkraftwaffen
Das ist ein Verbrechen an der Zukunft

Höher! Schneller! Weiter! Fessenheim
Für was steht Fessenheim?

Auch die EDF und die EnBW wollen die Laufzeitverlängerung für den Schrottreaktor
Das bedeutet mehr Profit für die Betreiber und Aktionäre und mehr Risiko für uns

Höher! Schneller! Weiter!
Höher! Schneller! Weiter!
Höher! Schneller! Weiter! Aber wohin?


Wir müssen endlich die Frage nach dem Wohin stellen
  • Wir Atomkraftgegner sind nicht gegen den Fortschritt
  • Die Kritiker von Stuttgart 21 sind nicht gegen den Fortschritt
  • Wir Umweltschützer sind nicht gegen den Fortschritt


Aber Fortschritt darf nicht immer nur von Bänkern, von Atomkonzernen, von Investoren, von Spekulanten, von den neoliberal Habgierigen definiert werden


Höher! Schneller! Weiter!
Das war eben auch der zerstörerische Fortschritt des letzten Jahrhunderts
Das war eben auch Seveso, Bhopal, Asbest, Contergan, Cross Border Leasing, Bankenkrise, Stocamine, die autogerechte Innenstadt, die Massenmenschhaltung in den Vorstädten, Rohstoffverschwendung, Klimawandel, das war soziale Ausgrenzung, Asse und Tschernobyl

Nicht nur bei Herrn Mappus, bei Herrn Westerwelle und bei Frau Merkel erleben wir einen zerstörerischen, rückwärtsgewandten Fortschrittsglauben

Langsamer, Weniger, Besser, Schöner, Gerechter! Das ist Zukunft

  • Kluges Denken und Bescheidenheit statt Protz ist Fortschritt
  • Soziale Gerechtigkeit ist Fortschritt
  • Menschenrechte und Toleranz sind Fortschritt
  • Nachhaltigkeit und erneuerbare Energien sind Fortschritt
  • Atomkraft, Atomkraftwaffen und Laufzeitverlängerung gefährden Zukunft.

    Axel Mayer


    Alemannische Rede von Axel Mayer bei der Kundgebung & Brückenaktion am 25.4.2011 in Sasbach



    Hallo Saschbe, hallo Kaiserstuhl, salli Elsass, Bonjour !


    Fessene
    Schdelles eich vor
    Fessene
    zwei aldi Reaktorblöck und Schdrom für d´EnBW
    zwei mol 900 Megawatt
    d´Radioaktivität vu zwei mol 900 Hiroshimabombe im Johr
    Un in Fukushima isch erschd ä kleine Deil vun de Radioaktivität vun viele tausend Hiroshimabombe entwiche
    un trotzdäm isch´s fir alli Mensche dert jetzt schu ä riesigi Katastroph

    Fessene
    Schdelles eich vor
    ä Unfall, ä Aschlag, Erdbebe, Flugzeugabschdurz,
    Irgend ä „Ereignisablauf“ wu keiner demit grechnet het

    Ä Unfall, Aschlag, Erdbebe, Flugzeugabschdurz, irgend ebbis
    Un zwei aldi Reaktore wu´d Radioaktivität vun 1800 Hiroshimabombe drin isch

    Hartheim, Bremgarten, Eschbach, Buggingen, Chalampé, Bantzenheim, Munchhouse, Weckolsheim, Heiteren, Geiswasser, Nambsheim, Fessenheim, Grißheim, Seefelden, Zienken, Neuenburg, Feldkirch...


    Was war des?
    Des sin Ort im 8 Kilomter Radius um Fessene
    Des sin´d Ort wu nachem Kadaschdropheplan evakuiert wäre sodde
    8 Kilometer?
    Schu Tschernobyl het zeigt dass des ä viel z´kleine Radius isch
    Un Fukushima zeigt des äu, dass viel größeri Zone evakuiert wäre müest, obwohl erschd ä kleine Deil vun de Radioaktivität ab isch

    Ensisheim, Pfaffenheim, Andolsheim, Neuf-Brisach, Niederrotweil, Wasenweiler, Ihringen, Breisach, Gündlingen, Merdingen, Pfaffenweiler, Bad Krozingen, Ehrenstetten, Staufen im Breisgau, Sulzburg, Müllheim, Hornbourg, Vororte von Mulhouse...


    Was war des?
    Des sin ä bar Ort im 20 Kilometer Radius um Fessene
    schdelle eichs vor
    Des sin Ort wu jetzt in Japan evakuiert wore sin
    schdelle eichs vor in Japan
    erschd viel´z lang im Keller hocke
    un dann furt
    furd vielichd fir immer

    D Atomlobby frogt in de Zittung:
    Was koschdet de Atomüssschdieg?
    Mir froge:
    Was koschdet´s, wenn ä Unfall bassiert?
    Äs d´Gsundheit, es koschdet d Heimed un nach a bar Johr
    vilichd sogar´s Läwe,

    Un au de 20 Kilometer Radius isch viel z´klei
    s´gid ä Fessene Schdudie vum Ökoinstitut Darmstadt
    In dere Schdudie schdoht:
    „Bei einem schweren Unfall in Fessenheim und lebhaftem Südwestwind mit Regen könnte sich eine bis zu 370 km lange Schadensfahne von Fessenheim bis in den Raum Würzburg-Nürnberg erstrecken. In deren Bereich müssten alle Siedlungen auf 50 Jahre geräumt werden, sollten die Richtlinien von Tschernobyl zur Anwendung kommen. Betroffen wären u.a. die Städte Freiburg, Emmendingen, Freudenstadt, Tübingen, Stuttgart, Heilbronn und Schwäbisch Hall.“ (Sollte der Wind am Katastrophentag in eine andere Richtung wehen, so wären natürlich andere Städte und Gemeinden betroffen).

    Schdelles Eich vor
    Ä bis zu 370 km langi Schadensfahne
    Evakuiert für 50 Johr
    Schdelles Eich vor
    Kei Kinderlache meh
    keini Jungi
    kei Kind uf de Schaukle
    villichd noch ä baar Aldi

    Schdelles Eich vor

    Colmar evakuiere, Friburg, Schdudgart evakuiere
    Do nutzt kei Schduttgart 21

    Warener schu mol in Friburg wenn de SC schbield und wänns noch ä Veranschdaldung gid?
    Alles verschdopft, alles zu
    Schdelle eich vor ä Wolke üs Fessene käm
    Alli stiege ins Audo, jeder will furd
    die eine wänn nüs üs de Schdadt
    die andere wänn in´d Schdadt, d Kinder üs de Schul hole

    Ä Vision
    Ä Horrorvision
    Unwarschinlig aber meglich

    Deswege schden mir do
    Deswege sage mir:
    Atomüschdieg in Ditschland jetzd!
    Die alde Kischde abschdelle un nimmi aschalde!

    Deswege schaue mir über de Rhin

    Mir schaue nach Fessene, mir schaue nach Leibstadt un Beznau
  • Alles aldi Kischde
  • Alles Risiko
    un ganz wichdig
    nid d´Franzose un´d Schwizer wänn d´AKW
    d EDF, d´EnBW und un d Schwizer Atomkonzern hän de Profid
    un mir alli
    Schwizzer, Dididschi und d Franzose
    mir hän zämme s Risiko
    d EnBW het Bezugsrechte fir 15 % vum Fessene Schdrom

    Wer vun Eich hed immer noch EnBW Schdrom?
    S´empfindlichd ´Körperteil vum ä Atomkonzern isch de Geldbiddel

    Fessene abschdelle
    Drum faschde jetzt in Colmar d Elässer gege Fessene
    A Gruß vun de Saschbemer Bruck nach Colmar
    Un besuche sie mol die Hungerstreiker. Die brüche uns
    Drum schden mir hid uf de Brucke in Saschbe
    In alder Tradition

    Uf de ehemalig Rumpelbruck in Saschbe
    sin mer vor faschd vier Jahrzehnt
    schu efder mol gschdande

  • Um mer häns Bleiwerk in Marckelse wegdruckt
  • un mer häns Wyhler AKW wegdruckt
  • un mid de Solarüsschdellung in Saschbe vor faschd 40 Johr häm zeigd, das es Alternative zum Atom gid

    Drum schden Elsässer Schwizzer un Badener hid uf 11 Brucke
    am Oberhin und am Hochrhin

    Un was sage Sie?
    Was sage mir?

    Atomüsschdieg jetzt
    Die schwizzer Schrottreaktor Leibstadt und Beznau abschdelle
    Fessene abschdelle
    und wer in Fessene neii AKW baue will
    der kriegd uf Leffel
    Nai hämmer gsaid


    Dankschen





















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    Dieser Artikel wurde 3474 mal gelesen und am 17.12.2011 zuletzt geändert.