Nationalpark! Nein Danke: Holzlobby & Nationalparkgegner


Veröffentlicht am 06.01.2013 in der Kategorie Natur & Naturschutz von Axel Mayer

Nationalpark? Nein Danke!?


Nordschwarzwald / Teutoburger Wald / Eggegebirge / Lieberoser Heide / Wasgau
Ein Nationalpark ist ein großes, wertvolles Schutzgebiet, das meistens seiner natürlichen Dynamik unterliegt und durch spezielle Maßnahmen vor schädlichen menschlichen Eingriffen und vor Umweltverschmutzung geschützt wird.

Laut Definition der "Internationalen Union zum Schutz von Natur und natürlichen Objekten (IUCN)" sind Nationalparks natürliche Gebiete auf dem Wasser oder dem Land, die vorgesehen sind,



Heute gibt es in Deutschland 14 Nationalparks,
die eine Fläche von insgesamt nur 0.54% des Bundesgebietes einnehmen. Baden-Württemberg, das Saarland und Rheinland-Pfalz haben als einzige Flächenländer noch keinen Nationalpark. Dort, wo in den letzten Jahrzehnten Nationalparke geplant waren, gab und gibt es häufig einen massiven Widerstand gegen solche Projekte.
Schauen Sie einmal bei GOOGLE unter dem Stichwort Nationalpark? Nein Danke! nach..

Es gab in der Vergangenheit und gibt aktuell u.a. Widerstand gegen den



Nationalpark Nordschwarzwald / Teutoburger Wald / Eggegebirge / Lieberoser Heide / Wasgau : Die gleichen Ängste und Interessen wie vor 140 Jahren


"Anfangs mussten die Naturschützer gegen erheblichen Widerstand kämpfen. Industrielle fürchteten um ihren Zugang zu Wasser- und Holzschätzen. Freiheitsliebende Bürger und Politiker störten sich an dem großen Einfluss der Regierung. Parlamentarier in Washington und in den neuen Bundesstaaten schien die wirtschaftliche Expansion ihrer Nation zunächst wichtiger als die Bewahrung der Natur."
So berichtete die Badische Zeitung am 01. Oktober 2011 über den massiven Widerstand gegen den ersten amerikanischen Nationalpark im Yellowstone-Gebiet im Jahr 1872.

140 Jahre später ist Amerika stolz
auf diesen und viele andere Nationalparks. 140 Jahre später gibt es endlich Überlegungen und Planungen für mehr Nationalparks in Deutschland. Überlegungen und Planungen für ein wenig "Restnatur" in der zersiedelten, geschundenen, zerschnittenen, auf- und ausgeräumten Landschaft unserer Heimat.

Und wieder gibt es "gut organisierte Ängste" und finanzstarke Lobbygruppen dagegen
und die fast gleichen, 140 Jahre alten Argumente. Insbesondere die FDP (wer erwartet von dieser Partei etwas anderes?), der große strukturkonservative Teil der CDU und insbesondere die Lobbyisten und Vertreter der Sägewerke, der Holzindustrie und der Waldbesitzer kritisieren lautstark (fast) alle Nationalparkpläne.

Der Slogan der gut organisierten Nationalparkgegner
beispielsweise im Schwarzwald lautet: "JA zum Wald – NEIN zum Nationalpark Nordschwarzwald", doch das "Ja zum Wald" ist wohl eher ein "Ja zum Holz"... Geld macht Meinung. Die deutschen Sägewerke stecken aus ganz anderen Gründen in einer tiefen Krise. "Das Problem der deutschen Sägeindustrie: Es gibt zu viele Mitbewerber. Fachleute schätzen, dass die Sägewerke der Republik etwa 2,5-mal mehr Holz sägen könnten, als ein nachhaltiger Einschlag im Wald erlaubt." schreibt die BZ. Ein Sündenbock Nationalpark bietet sich da an, um um von den selbst gemachten Problemen der Sägewerke abzulenken.

Es ist beeindruckend,
wie geschickt die ökonomischen Interessen der Nationalparkgegner bundesweit mit einem "grünen Mäntelchen" bedeckt werden, wie häufig mit vorgeschobenen, falschen "Naturschutzargumenten" gegen Natur argumentiert wird. Ängste werden gezielt geschürt und dann gibt es noch die weit verbreitete Angst vor "Unordnung im Wald". Nationalparkgegner gibt es nicht nur in den Wäldern Amazoniens und in Afrika... In der "veröffentlichten Debatte in den Medien", im Konflikt um geplante Nationalparks spielen die massiven ökonomischen Interessen im Hintergrund leider zumeist eine untergeordnete Rolle.

Ordnung & Sauberkeit contra „wilde“ Natur
Bei vielen großen Konfliktthemen im Naturschutz schimmert immer wieder eine deutsche Urangst hervor. Es ist die große Angst vor Veränderung und Unordnung. Das beginnt im Kleinen, beim sauber auf- und ausgeräumten Garten, in dem kein Vogel mehr einen Brutplatz findet. Es geht weiter mit der auf- und ausgeräumten Kulturlandschaft, wo Hochstammbäume und Hecken in der Maissteppe nichts mehr zu suchen haben. Doch auch die großen Konflikte um die deutschen Nationalparks sind von solchen Ängsten geprägt. Ein Wald, der sich „ungeplant und nicht von Menschen gesteuert“ verändert... Solche Veränderungen oder gar „Wildnis“ lösen tiefsitzende Ängste aus und solche Ängste werden von Interessengruppen gezielt genutzt um Stimmung zu machen und um ökonomische Interessen zu verbergen..

Der lange bekämpfte, heute aber gut angenommene Nationalpark Bayrischer Wald
ist jetzt für die Menschen auch ein Stück Heimat und bringt einen verträglich-einträglichen Tourismus. Auch die Menschen und Gemeinden der anderen, bundesweit geplanten Nationalparks könnten so profitieren. Überall dort, wo es Nationalparks gibt, hat ein naturverträglicher Tourismus eingesetzt, der Gelder in die Gemeinden bringt und Arbeitsplätze schafft, denn Nationalparkbesucher sind meist keine Tagestouristen und bleiben länger. Und die Einheimischen sind stolz auf das gerettete, faszinierende Naturerbe vor ihrer Tür.

Axel Mayer, Bund Geschäftsführer, Freiburg





Was tun? Ein ziemlich ungewöhnlicher Vorschlag
* fahren Sie einfach mal hin, machen Sie Urlaub im Gebiet eines der geplanten Nationalparks, bekennen Sie sich mit einem Aufkleber oder Plakat zum Park, fragen Sie nach Nationalparkbroschüren und reden Sie mit den Menschen. Nationalparktourismus kann den Umschwung bringen...



Nationalpark? Ja bitte! Nordschwarzwald / Teutoburger Wald / Eggegebirge / Lieberoser Heide / Wasgau




Infosammlung 2020: Natur, Naturschutz & Naturgebiete, in Südbaden, im Elsass und am Oberrhein



Aktuell & wichtig!


Flächendeckend stirbt der Wald. Wer da noch von "Waldumbau" redet, der verharmlost und lügt. Wir erleben aktuell ein Waldsterben 2.0 welches das Waldsterben in den 80er Jahren des letzten Jahrhundert bei weitem übertrifft. In den 80er Jahren gab es massive Aktionen, Demos & Proteste der Umweltbewegung. Doch wo ist die Protestbewegung gegen das Waldsterben 2.0? Angesichts der Dimension der Schäden genügt es nicht die Proteste an Fridays for Future zu delegieren!" Angesichts von Waldsterben und Artenausrottung ist die Naturschutzbewegung erschreckend brav.
Axel Mayer, Mitwelt Stiftung Oberrhein












Infos zum Schmetterlingssterben / Insektensterben / Artensterben




Aktuell:


Insektenrückgang weltweit - in Deutschland besonders stark


Eine Analyse weltweiter Langzeitstudien im Jahr 2020 zeigt, dass die Zahl landlebender Insekten zurückgeht. Sie sank in 30 Jahren um fast ein Viertel. Zu diesen Ergebnissen kommt die bislang umfassendste Meta-Analyse von Insektenbeständen an 1676 Orten weltweit. Die Studieist in der jüngsten Ausgabe der Fachzeitschrift "Science" erschienen.
Ein internationales Forscherteam stellte Daten aus 166 Langzeitstudien an weltweit 1676 Orten zusammen, um Veränderungen der Insektenzahlen (Individuen, nicht Arten) zu untersuchen. Diese Daten wurden im Zeitraum zwischen 1925 und 2018 erhoben. Die komplexe Analyse offenbarte große Unterschiede in den lokalen Trends - selbst zwischen nahe gelegenen Orten. So gab es in Ländern mit vielen Langzeitstudien wie Deutschland, Großbritannien oder den USA sowohl Orte mit Rückgängen als auch Orte mit wenig Veränderungen oder sogar Zunahmen. 
Im globalen Durchschnitt gingen landlebende Insekten wie Schmetterlinge, Heuschrecken oder Ameisen um 0,92 % pro Jahr zurück.
Erstautor Dr. Roel van Klink, der bei iDiv und der UL forscht, sagt: "0,92 Prozent klingt vielleicht nicht nach viel, aber es bedeutet 24 Prozent weniger Insekten über 30 Jahre und sogar eine Halbierung über 75 Jahre. Der Rückzug der Insekten findet leise statt - in nur einem Jahr bemerken wir das nicht. Es ist wie wenn man an den Ort zurückkehrt, wo man aufgewachsen ist. Nur wenn man jahrelang nicht dort war, bemerkt man, wie viel sich tatsächlich verändert hat - leider oft zum Schlechteren."
Die Insekten-Rückgänge waren in Teilen der USA sowie in Europa, insbesondere in Deutschland, am stärksten. In Europa verstärkten sich die negativen Trends in den letzten Jahren - die größten Rückgänge wurden seit 2005 beobachtet.
Quelle: www.sonnenseite.com



Linkliste:




Axel Mayer, BUND-Regionalgeschäftsführer







Mitwelt-Warnungen 2020 & Hinweise zu diesen Seiten...


  • 1) Diese Internetseiten der Mitwelt Stiftung Oberrhein sind "altmodisch-textorientiert" und manchmal lang. Wir bieten keine modischen Infohäppchen, sondern wenden uns an die kleine Minderheit, die noch in der Lage ist längere Texte zu lesen und zu erfassen.
  • 2) Wenn Sie hier "Die Wahrheit" suchen, werden Sie sie nicht finden. Es gibt sie nicht, "Die Wahrheit", sondern immer nur Annäherungen daran, Wahrheitsfragmente. Es wird Ihnen nichts übrigbleiben, als sich mit den "anderen Wahrheiten" auseinander zu setzen, um zu einer eigenen Meinung zu kommen. Verlassen Sie auch einmal den engen "Echoraum" der eigenen Meinung im Internet. Misstrauen Sie Wahrheitsverkündern. Haben Sie Mut Ihren eigenen Verstand zu gebrauchen.
  • 3) Im Zweifel ist die -Allgemeine Erklärung der Menschenrechte- immer noch eine gute Quelle zur Orientierung.

Axel Mayer, Mitwelt Stiftung Oberrhein

Getragen von der Hoffnung auf das vor uns liegende Zeitalter der Aufklärung (das nicht kommen wird wie die Morgenröte nach durchschlafner Nacht)




Nachtrag 1: Aktueller Corona-Einschub


Leider irrte Hölderlin als er schrieb:
"Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch" Neben dem "Rettenden" wächst leider auch das Neurotische, die Gier & die Dummheit, Sündenbocksuche, private & staatliche Verschwörungstheorien und Sündenbocksuche (Trump, Murdoch, Bild-Zeitung...), Blockwart-Mentalität & die kleinen & großen Nationalismen...
Umso wichtiger ist der Dank an die vielen engagierten, solidarischen, helfenden Menschen, die in Corona-Zeiten nicht in mittelalterliches Denken & Handeln zurückfallen.
Corona zeigt auch die massiven Probleme von Gesellschaftssystemen, in denen die Gesundheitssysteme privatem Profitstreben unterworfen sind. Über 103.000 Corona-Tote in den USA zeigen dies mehr als deutlich. Das libertäre amerikanische System der organisierten Gier versagt in Corona-Zeiten.