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IRP - Integriertes Rheinprogram: Chance für Mensch, Natur und Rhein (Hochwasserschutz - Naturschutz - Auenschutz)

Hochwasserschutz - Naturschutz - Auenschutz und Integriertes Rheinprogram
Letzte Chance für das fast verlorenes Paradies am Oberrhein?

Es gibt sie noch,
Eisvogel, Pirol, Graureiher und Kormoran, Grasfrosch und Gelbbauchunke, Ringelnatter und Prachtlibelle. Altrheinarme mit kristallklaren, von Quellen gespeisten Giesen. Mächtige Bäume mit Lianengirlanden. Alte, hölzerne Fischerkähne, unter Weidengalerien. Wunderschöne Auewälder wie den Taubergießen mit großen Orchideenwiesen und den einst heiß umkämpften Wyhler Wald, wo das Badenwerk ein AKW bauen wollte. Dschungel..., nicht im weit entfernten Amazonien sondern hier am Oberrhein, Urwald, Rheinwalddschungel. Erinnerungen an lang verlorene, große Wälder und Landschaften, die einst überall entlang des Rheines vorzufinden waren. Natur, Naturreste, Naturfragmente.

Ein fast verlorenes Paradies ...
denn von den ursprünglich vorhandenen Auewäldern am Oberrhein sind nur noch 2% in naturnahem Zustand übrig geblieben. Hier, vor unserer Tür, hat über zwei Jahrhunderte hinweg ein Zivilisations- und Zerstörungsprozess stattgefunden, wie wir ihn im Moment in den Wäldern Amazoniens beobachten und beklagen. Doch je weiter entfernt das Umweltproblem, desto leichter fällt die Empörung. Wir in Mitteleuropa und wir am Oberrhein haben unsere natürlichen Auewälder dem so genannten Fortschritt geopfert - und der Zerstörungsprozess schreitet fort. Der Zerstörungsprozess hat aber auch Reichtum und mehr Sicherheit vor Hochwasser, zumindest am südlichen Oberrhein gebracht.

Urwald und Wildnis
waren in den Köpfen der Menschen viel zu lange Unland, also potentielle Bau-, Straßen-, Landwirtschafts- und Industrieflächen. Die Sicherungsmaßnahmen vor Hochwasser waren sicher berechtigt, aber dann wurden Wohngebiete und Industrieanlagen viel zu nahe an den zum Kanal verkommenen Rheinstrom gebaut. Im Herzen der verblieben Restwälder breiten sich heute Kiesgruben wie Krebsgeschwüre aus. Aktuelle Beispiele der fortschreitenden Zerstörung gibt es viele: Die Landesstrasse L 113 bei Sasbach, der erweiterte Kiesabbau bei Burkheim, die Jungbunzlauer Zitronensäurefabrik bei Marckolsheim (F), die geplante Schwerindustriezone bei Nambsheim (F)...

Doch immer mehr Menschen
verspüren ein Bedürfnis nach Natur, nach unberührter Landschaft und Wildnis. Fernreisen in die Savannen Afrikas sprechen genauso für diese Ahnung des Verlorenen wie der zunehmende Freizeitdruck auf die übrig geblieben Naturreste in Deutschland. Gehen Sie einmal an einem schönen Frühlingstag auf den übervollen Pfaden im Naturschutzgebiet Taubergießen spazieren. Immer mehr Menschen mit immer mehr Freizeit drängen sich und bedrängen die kleiner werdenden Fragmente von Restnatur.

Die Sünden der Vergangenheit und der Gegenwart
beginnen uns einzuholen. Während die zu naturfernen Kanälen geronnenen Rheinzuflüsse (Elz, Dreisam, Kinzig, Glotter ...) und der Rhein das Wasser und insbesondere das Hochwasser immer schneller ableiten, wachsen die Sorgen der Menschen flussabwärts nach jedem lang anhaltenden Regen. Fluss- und Bachbegradigungen, Bodenversiegelung, der Verlust von gewässernahen Überflutungsflächen und vielleicht schon die ersten Auswirkungen des menschengemachten Klimawandels verstärken rheinabwärts die Hochwassergefahr. Wenn in Kölner Wohnhäusern die Gefriertruhen unter den Kellerdecken schwimmen, wenn zwischen Iffezheim und Bingen die aufgehäuften Sandsäcke nicht mehr ausreichen, um Menschen, Gebäude und Industrieanlagen zu schützen, wenn "Jahrhunderhochwasser" in immer kürzeren Abständen drohen, dann holen uns die ökologischen Sünden der Vergangenheit und der Gegenwart ein.

6 Milliarden Euro
würde ein extremes Hochwasser, wie es theoretisch alle 200 Jahre auftritt, alleine auf dem kurzen Teilstück des Rheines zwischen Iffezheim und Bingen kosten. Die menschlichen und ökonomischen Schäden wären unabsehbar. Und wenn die viel zu nah an den Fluss gebauten Industrie- und Chemieanlagen überflutet werden, sind auch die ökologischen Folgen katastrophal. Darum drängen die Naturschutzverbände schon seit Jahren auf eine schnelle, naturverträgliche Umsetzung des IRP.

Lösungsansätze
für die zunehmenden Probleme werden seit beinah drei Jahrzehnten diskutiert und geplant, während gleichzeitig die Naturzerstörung und Gefährdung durch Hochwasser fortschreitet. Ein Ansatz, die Probleme ansatzweise in den Griff zu bekommen, ist das IRP - das "Integrierte Rheinprogramm". Ursprünglich atmete dieses Programm zur Hochwasserrückhaltung den technokratischen "Un"geist der sechziger Jahre. Die Fehlplanungen der Techniker und Ingenieure in der Vergangenheit sollten mit technischen Methoden und massiven Eingriffen in die Natur angegangen werden. Das bedeutete Planungen für gigantische, naturfeindliche Rückhalteräume. Also Polder (Wasserrückhalteräume) mit großen Einstauhöhen und stehendem Wasser, technokratische, naturferne Lösungen mit viel Beton.

Seit über drei Jahrzehnten
begleiten der BUND und die Naturschutzverbände diese Planungen kritisch und konstruktiv. Unsere Kritik verbunden mit zunehmendem ökologischen Denken nicht nur in der Verwaltung haben zu einer sanften aber nachhaltigen Veränderung der ursprünglichen Pläne geführt. 13 Polder nördlich von Basel sollen Hochwasserrückhaltung mit Auenschutz, ja sogar mit Auenrenaturierung verbinden. Dort, wo die Kritik des Naturschutzes nicht berücksichtigt wurde, wie bei den viel zu großen Einstauhöhen des ersten Polders bei Kehl-Altenheim, zeigten die negativen Erfahrungen, dass Hochwasserschutzmaßnahmen nicht gegen die Natur realisiert werden können. Jetzt stehen, zumindest nach den offiziellen Planungen, Naturschutz und Hochwasserschutz gleichberechtigt nebeneinander. Das Abrücken der Behörden von den ursprünglichen technokratischen Plänen ist auch ein Erfolg der Naturschutzverbände. Ein Teilerfolg auch für die Menschen in den Gemeinden am Rhein. Doch die Kieswirtschaft und einige örtliche Bürgerinitiativen wehren sich erfolgreich gegen die ökologischen Aspekte des IRP und wollen die Uhr zurück drehen.

Südlich von Breisach
hat sich der Rhein tief eingegraben. In den so entstandenen Trockengebieten sind wertvolle Lebensräume von europaweiter Bedeutung entstanden. Hier soll, fast bis Basel, ein im Mittel ca. neunzig Meter breiter Streifen mehrere Meter tief ausgebaggert werden. Dadurch hat der Fluss im Hochwasserfall ein viel breiteres Bett und das Wasser fließt langsamer ab. Im neuen, tiefergelegten und breiteren Flussbett könnte eine neue Aue entstehen, und große Teile der wertvollen Trockengebiete können erhalten werden. Dennoch verschwinden für den Naturschutz einmalige Lebensräume. In unsere lokalen Abwägungsprozesse müssen wir Naturschützer aber auch die ökologischen Folgen eines extremen Jahrhunderthochwassers einbeziehen. Wenn flussabwärts die viel zu nahe an den Rhein gebauten Chemieanlagen überflutet werden, dann müssen diese Aspekte auch in unsere Diskussionen einfließen. Doch gewichtiger als unsere Argumente waren und sind die der Kieswirtschaft. Mächtige Lobbygruppen hatten kein Interesse an einem ausgekiesten 90 Meter Streifen, denn dieser könnte auf dem Kiesmarkt zu einem preisdrückenden Überangebot führen. Sie wollten zurück zu technokratischen Wehrlösungen auf Kosten der Natur.

"Ein ganz besonderer Rückhalteraum soll zwischen Basel und Breisach entstehen. Für die Hochwasserretention entlang der 43 Kilometer langen Fließstrecke des „Restrheins“ sollen nicht die üblichen Polder - wie nördlich von Breisach - errichtet werden. Auch ein ehemals in Erwägung gezogenes Rheinhochwasserwehr steht offiziell nicht mehr zur Debatte. Der neue Ansatz: Das Bett des Restrheins soll durch eine Tieferlegung des südbadischen Rheinvorlandes so ausgeweitet werden, dass der Hochwasserabfluss im Restrhein stark abgebremst wird. Die anderenorts vorgenommene Rückverlegung von Dämmen ist am „Restrhein“ für eine Hochwasserretention nicht zielführend. Denn auf Grund der früheren Rheinbegradigungen hat sich der Rhein seit dem 19. Jahrhundert streckenweise um über 10 Meter in seinen kiesigen Untergrund „gefressen“ . Durch die geplante Tieferlegung des Rheinvorlandes könnte sich der Rhein im Hochwasserfall bis zu 700 m landeinwärts wieder ausdehnen. Auf den "Abtragsflächen" soll möglichst schnell eine auentypische Vegetation aus Weiden und Pappeln aufwachsen. Und genau auf diese neu entstehende Auenvegetation kommt es an: Der dichte Bestand von Weiden und Pappeln soll die Hochwasserfluten so stark verlangsamen, dass es rechnerisch zu einem Hochwasserrückhalt von 25 Millionen Kubikmetern (Äquivalent) kommt. Damit wird der Ablauf der Hochwasserwelle aus Basel im wesentlichen zeitlich verzögert."
Quelle und weitere Infos: Restrhein.de


Mehr Wasser für den Restrhein zwischen Kembs und Breisach
ist eine alte Forderung aller Umweltorganisationen und der Fischereiverbände. Durch die neue Betriebsgenehmigung für das 75 Jahre alte Kraftwerk Kembs wurden am Südlichen Oberrhein die Weichen gestellt. Unser gemeinsames Engagement gegen die Interessen der mächtigen EDF hat sich zumindest zum Teil gelohnt.
Um die Umweltziele zu erreichen, müsste der Restrhein bis Breisach mindestens 100 Kubikmeter pro Sekunde führen. Im Winter, wenn die Lachse laichen, sollten es wenigstens 80 Kubikmeter pro Sekunde sein. Das Angebot der EdF lag wie zu erwarten darunter: Von November bis März sollen 52 Kubikmeter, von Juni bis August zwischen 95 und 150 und in den übrigen Monaten zwischen 54 und 80 Kubikmeter pro Sekunde in den Altrhein geleitet werden. Dennoch ist dies ein Fortschritt, den es ohne die Umweltverbände nicht gegeben hätte.


Nördlich von Breisach
gibt es noch naturnahe Auenreste am Rhein. Hier sollen die anderen 12 Polder realisiert werden. Wassermangel, Monokulturen und Kiesabbau haben allerdings in der Vergangenheit enorme Schäden am Auewald angerichtet. Regelmäßige ökologische Flutungen, mit denen die Wälder auf die Hochwassersituationen vorbereitet werden sollen, Fließpolder, in denen das Wasser ständig in Bewegung ist, sowie geringe Einstauhöhen könnten hier die fast verloren gegangenen alten Rheinwälder wiederbeleben und gleichzeitig einen dezentralen Hochwasserschutz ermöglichen.

Auch das Bundesamt für Naturschutz
schrieb in einer Presseerklärung: "Auetypische Flutungen am Oberrhein sind notwendig" und weiter: “Die Hochwasservorsorge darf nicht vernachlässigt werden. Das Bundesamt für Naturschutz begrüßt deshalb, dass Länder wie Baden-Württemberg mit dem “Integrierten Rheinprogramm“ (IRP) zum Hochwasserschutz beitragen“, sagte der Präsident des Bundesamtes für Naturschutz (BfN), Professor Dr. Hartmut Vogtmann. Das BfN unterstützt das IRP stromabwärts von Breisach im Hinblick auf eine naturverträgliche Hochwasservorsorge. Insbesondere werden "ökologische Flutungen im natürlichen Wechsel mit anhaltend niedrigen Wasserständen" als Voraussetzung für einen naturverträglichen Hochwasserschutz vom BfN befürwortet. Nur naturnahe Hoch- und Niedrigwasserstände vermögen in den Auen wieder die natürlichen Bedingungen für eine auetypische Tier- und Pflanzenwelt zu schaffen. Naturnahe Überflutungsauen sind auch am besten geeignet, hohe Abflüsse zu verzögern, großräumig abzusenken und so Menschen vor Schäden zu bewahren". Zitatende

Doch zunehmender Widerstand
gefährdet die ausgehandelten Kompromisse und damit auch den Hochwasserschutz. Überall dort, wo am Rhein Polder geplant werden, bilden sich Bürgerinitiativen gegen diese Planungen. In den vergangenen Jahrzehnten wurde auch am Oberrhein häufig viel zu nahe am Rhein gebaut und in tief liegenden Gebieten Wohngebiete realisiert. Die Planungsfehler der Vergangenheit holen uns heute ein.Angst vor nassen Kellern durch steigendes Grundwasser, vor Schlamm und "Unordnung" im Wald, und Angst vor den Schnaken stehen im Mittelpunkt der Argumentation. Hier haben es die planenden Behörden leider bisher nicht verstanden, auf die Menschen zu zugehen und ihre Ängste ernst zu nehmen. Dort, wo die ersten Hochwasserpolder schon realisiert sind (Altenheim), sorgen leistungsstarke Pumpen dafür, dass das Grundwasser nicht steigt.

Massive wirtschaftliche Interessen
stecken leider auch häufig hinter dem Widerstand gegen die ökologischen Aspekte des IRP. Kies heißt immer auch Geld und Einfluss am Oberrhein. Die regionale Kieswirtschaft und ihre Paten in der Politik befürchten negative Auswirkungen durch den Kiesabbau im geplanten 90 Meter Streifen. Zumindest dieser wichtige Hintergrund beschäftigte die Medien im Jahr 2010.
Dazu kommt die Angst der Kieslobby, durch die ökologischen Flutungen im Kiesabbau nördlich von Breisach eingeschränkt zu werden. Überall entlang des Rheins werden die verbliebenen, winzigen, naturnahen Restwälder durch massiven Kiesabbau ausgehöhlt und zerstört. Jetzt haben die Kieswerke Angst, dass die ökologischen Flutungen an einigen Tagen im Jahr den Kiesabbau und die damit verbundene Waldzerstörung "behindern" könnten. Der "stille" Widerstand der Kiesindustrie gegen die ökologischen Flutungen waren bisher kein Thema in den Medien


Das ehemalige AKW-Gelände im Wyhler Wald
gehört immer noch der EnBW. Einige Jäger fürchten um den Wildbestand. Teile der Forstwirtschaft sorgen sich um einige standortfremde Wälder, die durch einen standorttypischen Wald verdrängt würden. Und dann gibt es natürlich immer noch einige Sportanlagen in den potentiellen Überflutungsgebieten. Angesichts von 6 Millarden Euro Schäden, die ein zweihundertjähriges Hochwasser alleine zwischen Iffezheim und Bingen anrichten würde, ist es unverständlich, warum hier keine großzügigeren Entschädigungen für Waldbesitzer und Vereine angeboten werden. Wenn der alte Sportplatz dem Hochwasserschutz weichen muss, dann sollte der Neubau an geeigneter Stelle kein finanzielles Problem für die Vereine werden.

Ökologische Flutungen und die VertreterInnen der „reinen Lehre“
  • Wer „nur“ den Hochwasserwasserschutz sieht muss möglichst hohe Querriegel, Dämme und maximale Einstauhöhen fordern.
  • Wer „nur“ auf Naturschutzaspekte achtet verwirft Querriegel und fordert das freie fließendes Wasser in den Auen.

b]Und doch doch müssen wir Hochwasserschutz mit Naturschutz verbinden und das bedeutet eben Kompromisse.


Kieslobbyisten, Gruppen und Bürgerinitiativen
die aus vielfältigen Gründen die ökologischen Flutungen und damit die Naturschutzaspekte des IRP ablehnen, greifen aktuell Teilargumente einzelner Vertreter der „reinen Lehre“ des Naturschutz (Dr. Henrichfreise) & ("Quellenschützer") auf und gebrauchen diese um die ökologisch sinnvollen und notwendigen Flutungen zu verhindern.
Wer niedrigere Querriegel fordert (was aus Naturschutzsicht durchaus sinnvoll wäre) der muss auch Dammrückverlegungen fordern und durchsetzen, damit die gleiche Menge Wasser für den Hochwasserschutz zurück gehalten werden kann.
Die Naturschutzverbände haben Kompromisse akzeptiert um den dringend notwendigen schnellen Hochwasserschutz nicht zu behindern. Die zeitlichen Verzögerungen des IRP auf Kosten der rheinabwärts wohnenden Menschen sind nicht akzeptabel.

Gesamtkosten für das IRP stiegen innerhalb von drei Jahren um 300 Millionen Euro
Laut einer Antwort der Landesregierung auf einen Antrag von GRÜNEN Abgeordneten im Jahr 2010 haben sich die geschätzten Gesamtkosten für das Integrierte Rheinprogramm von 483 Millionen Euro im Jahr 2000 auf 775 Millionen Euro im Jahr 2005 erhöht.

Mehr Transparenz
wollen auch der BUND und die grossen Umweltverbände. Fließpolder, geringe und somit naturverträgliche Einstauhöhen, größtmögliche Sicherheit für die Menschen in den Gemeinden am Rhein und einen offenen Dialog zwischen Planern und Betroffenen sind unabdingbar. Zu hohe Querriegel in den Auen zur Optimierung der Einstauhöhen schaffen auch bei Umweltschützern Misstrauen. Dammrückverlegungen könnten die Einstauhöhen verringern. Hier hat die Verwaltung eine Bringschuld. Naturschutz, Hochwasserrückhaltung und ein unversehrtes Wohnumfeld der Anlieger müssen nicht nur in der Theorie, sondern auch bei der Umsetzung des IRP gleichberechtigt nebeneinander stehen.

Das nächste Jahrhunderthochwasserwasser
am Rhein könnte morgen beginnen. Darum sind Verzögerungen bei der Umsetzung des IRP nach fast drei Jahrzehnten für den BUND nicht mehr aktzeptabel.


Chancen für Mensch, Natur und Umwelt
könnte die Verbindung von Hochwasserschutz mit Naturschutz am Oberrhein bringen. Chancen für die Menschen flussabwärts, die vor den Folgen eines Hochwasser besser geschützt wären. Chancen für die geschundene Natur und die Auen am Oberrhein. Aus 2% verbliebenen naturnahen Auewäldern am Oberrhein könnten größere zusammenhängende Gebiete werden. Auch wenn der alte Wildstrom unwiederbringlich verloren ist: Das fast verlorenen Paradies, der kleine Dschungel am Oberrhein, hätte eine zweite Chance. Und auch die Menschen in den Gemeinden am Oberrhein könnten profitieren. Überall dort, wo Auen renaturiert wurden, hat ein naturverträglicher Tourismus eingesetzt, der Gelder in die Gemeinden bringt und Arbeitsplätze schafft. Ertragreiche Wälder sind auch in Auegebieten möglich. Und die Menschen sind stolz auf das gerettete Naturerbe vor ihrer Tür.

Axel Mayer, BUND Regionalgeschäftsführer


    • Info: Biodiversität - Baden - Elsass - Oberrhein: Bedrohte Artenvielfalt

      Nachtrag vom 2.2.2010
      "Übereinstimmend berichteten dies am Montag Spiegel und Stuttgarter Zeitung. Letztere schrieb, Fleischer gelte im Breisgau als "Schutzpatron der Kieser". Nutznießer sollen 15 südbadische Kiesunternehmer sein. Mindestens vier von ihnen, die im Wahlkreis Fleischers liegen, sollen der CDU 2006 insgesamt mehr als 40 000 Euro gespendet haben. Die Kiesunternehmen fürchten, bei einem gigantischen Kiestransfer am Rhein ausgebremst zu werden. An die 55 Millionen Tonnen Kies fallen beim Ausbaggern des Hochwasser-Rückhalteraums zwischen Weil am Rhein und Breisach an. 100 Kilometer weiter nördlich, unterhalb der Schleuse Iffezheim, wird hingegen Kies gebraucht." Quelle: Badische Zeitung vom 2.2.2010

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      Dieser Artikel wurde 2580 mal gelesen und am 11.8.2010 zuletzt geändert.