AKW Beznau: Gefahr für Mensch und Umwelt / Alle Infos zum Atomkraftwerk, KKW, Kernkraftwerk
Aktuell:
Der Kanton Aargau startete im März 2010 das Richtplanverfahren für das geplante neue AKW auf der Aareinsel Beznau in der Gemeinde Döttingen. Die Axpo möchte möglichst schnell ein neues Krebs-Kraft-Werk bauen, denn jedes Jahr Verzögerung gefährdet diese gefährlichen Pläne. Atomstrom wird immer teurer und Ökostrom immer billiger und in Kürze gibt es auch keine ökonomischen Gründe mehr auf die Hochrisikotechnologie Atomkraft zu setzen. Es ist nicht nachvollziehbar, dass insbesondere die konservativen Parteien der Schweiz auf eine Technologie setzen, die bei einem Unfall oder Anschlag die Schweiz auslöschen könnte, obwohl es doch zukunftsfähige ungefährliche und ökonomisch sinnvolle Alternativen gibt.
Mehr Infos zu zu den Risiken neuer AKW finden Sie hier
Gefahrenquelle Atomkraftwerk Beznau
Die Nutzung der Atomenergie ist eine Gefahr für Mensch und Umwelt. Umweltbelastend, krank machend und sogar tödlich sind die Folgen des Uranabbaus, der Urananreicherung und die Herstellung der Brennelemente. Im so genannten Normalbetrieb gibt das Atomkraftwerk Beznau krebserzeugende Radioaktivität an die Umwelt ab. Ein jederzeit möglicher schwerer Unfall oder Terroranschlag kann das Leben und die Gesundheit von hunderttausenden Menschen in Gefahr bringen und große Gebiete dauerhaft unbewohnbar machen. Atomkraftwerke und Atomwaffen sind "siamesische Zwillinge" und die "zivile" Nutzung der Atomenergie führt zur weltweiten Weiterverbreitung von Atomkraftwaffen. Noch problematischer und unsicherer als das Kernkraftwerk Beznau sind die Wiederaufarbeitungsanlagen. Die Macht und der Einfluss der Schweizer Atomkonzerne Axpo und Nagra auf die Politik sind undemokratisch. Mit einer vorgeschobenen Klimapropaganda versuchen sie von ihrer Mitverantwortung für den Klimawandel abzulenken. Der heute im AKW Beznau produzierte Atommüll muss eine Million Jahre sicher gelagert werden und gefährdet das Leben zukünftiger Generationen auf dieser Erde.
Der mögliche Standort für ein Schweizer Endlager für Atommüll in Benken ist ungeeignet und gefährdet langfristig die Trinkwasserverorgung aller Rheinanlieger.
Aktueller Einschub
Dreckiges Uran aus Russland für Schweizer AKW
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18.September: Berlin/ "Großer" Kanton, AntiAtom-Großdemo mit Umzingelung des Regierungsviertels in Berlin Infos: hier

Wie funktioniert das Kernkraftwerk / KKW Beznau?
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Atomkraftwerk AKW Beznau
Das Uralt - Kernkraftwerk Beznau, kurz KKB, strahlt auf dem Gebiet der Gemeinde Döttingen (Kanton Aargau, Schweiz) auf einer künstlichen Insel im Fluss Aare, nahe der Mündung in den Rhein. Es besteht aus zwei identischen Blöcken (Beznau 1 und 2), die mit Druckwasserreaktoren von Westinghouse mit je 365 MW elektrischer Leistung bestückt sind. Gekühlt wird mit dem Wasser der Aare die durch Tritium radioaktiv belastet wird. Eigentümer und Betreiber sind die Nordostschweizerischen Kraftwerke (NOK).
Beznau 1 ist das erste und damit älteste Kernkraftwerk der Schweiz. Die NOK begann 1957 mit der Planung für ein Grosskraftwerk und entschied sich 1964 für die Gefahrenoption Kernenergie. Das AKW Beznau 1 ist einer der drei ältesten Druckwasserreaktoren der Welt und zeigt mehr als deutlich die Probleme gefahrzeitverlängerter AKW.
1969, vier Jahre nach Baubeginn,
nahm Beznau 1 den Betrieb auf. 1972, nach einer Bauzeit von fünf Jahren, ging der baugleiche Block Beznau 2 ans Netz. Das Hauptproblem des AKW Beznau ist die Überalterung der Atomanlage und die Versprödung der Reaktordruckgefäße. Aus diesen technischen Gründen muss bei den beiden Blöcken bis zum Jahr 2013 der Reaktordeckel der Druckbehälter sowie die Steuerstabantriebe ausgewechselt werden. Die Investitionen belaufen sich auf rund 100 Millionen Franken. Das altersschwache AKW wird aufgehübscht. Die maroden Druckgefäße allerdings lassen sich nicht austauschen.
Ein schwerer Atomunfall oder ein Anschlag auf das AKW Beznau würde die Schweiz unbewohnbar machen. Es ist erstaunlich, dass gerade die Atomlobbyisten in den konservativen Parteien der Schweiz vor diesen Gefahren die Augen verschließen. Ansonsten wird "Heimatschutz" ja groß geschrieben.
Einschub: 8.11.09:
Beznau: Strafverfahren gegen Atomkraftwerkbetreiber
Schwerer als zunächst angegeben war der Strahlenunfall im August 2009 im Atomkraftwerk Beznau, bei dem zwei Arbeiter verstrahlt wurden. Die Schweizer Atomaufsicht hat ein Strafverfahren eröffnet.
Das Schweizer Atomaufsichtsbehörde Ensi hat ein Strafverfahren gegen die Betreiberin des Atomkraftwerks Beznau, Axpo, eingeleitet. Es werde wegen Verstößen gegen das Strahlenschutzgesetz ermittelt, weil im August zwei Mitarbeiter massiv verstrahlt wurden, schreibt die Schweizer „Sonntags-Zeitung“. Die Arbeiter seien einer Strahlendosis von bis zu 38 Millisievert ausgesetzt gewesen, der Grenzwert liege bei 25,4. Die Axpo habe den Vorfall außerdem auf der Ereignisskala zu tief bewertet. Der Vorfall in Beznau sei das schwerwiegendste Vorkommnis seit Jahrzehnten, habe ein Ensi-Sprecher bestätigt.
Atomunfälle und Reaktorkatastrophen – Die große Gefahr
In jedem AKW wird in einem Betriebsjahr pro Megawatt elektrischer Leistung die Radioaktivität einer Hiroshima-Bombe erzeugt. Das heißt, dass in Beznau mit 730 MW Leistung im Jahr in etwa die kurz- und langlebige Radioaktivität von ca. 730 Hiroshima-Bomben entsteht. Die Freisetzung nur eines kleinen Teils dieser Radioaktivität hätte verheerende Folgen für die betroffene Region. Große Landstriche müssten für lange Zeiträume evakuiert werden. Dies wäre eine menschliche und ökonomische Katastrophe unvorstellbaren Ausmaßes. Alternde, laufzeitverlängerte AKW vergrößern die Unfallgefahr. PolitikerInnen, die vor diesen Gefahren die Augen verschließen, sind apokalypsenblind. Der Unfall von Tschernobyl wird sich so kein zweites Mal wiederholen. Die nächste Katastrophe, ob in Ost- oder Westeuropa, oder eben in Beznau wird neue, nicht vorhersehbare und nicht planbare Ereignisabläufe bringen. Überall, wo Menschen arbeiten, gab und gibt es Fehler. Die Atomtechnologie verträgt keine Fehler, insbesondere nicht in einem altersschwachen AKW. Sie ist nicht menschengerecht. Dazu kommt die Gefahr durch jederzeit mögliche Terroranschläge.
Der Super-GAU in Tschernobyl
Der Super-GAU im AKW Tschernobyl geschah am 26. April 1986. Während eines Experiments geriet Block 4 des Atomkraftwerkes außer Kontrolle. Noch kurz vor dem Unfall war dieser russische Reaktortyp auch in westlichen Medien als „besonders sicher“ beschrieben worden. Die Hitze verbog Metall und Reaktorstäbe und der Kern konnte nicht mehr gekühlt werden. Es kam zur Explosion, durch die innerhalb des Reaktors 1500 Tonnen Graphit in Brand gerieten. Der Feuersturm riss radioaktive Materialien kilometerhoch in die Atmosphäre, wo sie von starken Winden erfasst wurden. Eine radioaktive Wolke verteilte den Fallout über weite Teile Europas. Millionen Menschen wurden einer starken Strahlenbelastung ausgesetzt. Es gab zehntausende Tote, obwohl Tschernobyl in einer dünn besiedelten Region liegt. Viele Menschen sind schwer erkrankt und die Zahl der Krebserkrankungen nimmt zu. Ein Gebiet, halb so groß wie die Bundesrepublik, wurde in der Ukraine, Weißrussland und Russland verseucht; 375 000 Bewohner mussten umgesiedelt werden. Über die Opferzahlen gibt es einen interessengeleiteten Streit. Die in der IAEO organisierte Atomlobby versucht die Unfallfolgen herunterzuspielen und zu verharmlosen. Wer neue Atomanlagen bauen will, muss Unfälle aus dem öffentlichen Bewusstsein verdrängen.
Eine mit dem Unfall von Tschernobyl durchaus vergleichbare Katastrophe für die Menschheit ist jedes neue Land, das mit Hilfe der so genannten friedlichen Nutzung der Atomenergie zum Atomwaffenstaat wird.
Uranabbau tötet
Die letzten großen abbauwürdigen Uranvorkommen liegen in Australien, Russland, Nordamerika, Südafrika und im Kongogebiet. Für jede Tonne verwertbares Uranerz fallen bis zu 2000 Tonnen strahlender, umweltbelastender Abraum an. Das beim Uranabbau verstärkt entweichende Radongas macht die Bergwerksarbeiter und AnwohnerInnen krank. Ein Beispiel ist der Uranabbau der "Wismut" in Ost-Deutschland: Auf Grund der hohen Strahlenbelastung in diesen Gebieten traten dort verstärkt Krebserkrankungen auf. Allein rund 7.000 Lungenkrebsfälle sind dokumentiert. Insgesamt gehen Schätzungen von mehr als 20.000 Opfern im deutschen Uranabbau aus. Die Sanierung der deutschen Urangruben der Wismut hat die SteuerzahlerInnen 6,5 Milliarden Euro gekostet. Die gesundheitlichen Folgen des Uranabbaus in den Ländern der Dritten Welt sind verheerend.
Und doch ist Uran endlich: Nach seriösen Schätzungen reichen die Uranvorräte nur noch wenige Jahrzehnte.
Mehr Infos: Energiereserven und Uran
Radioaktivität im so genannten Normalbetrieb
Der Krebskamin und das radioaktive Abwasser
In der Propaganda der Atomkonzerne werden Atomkraftwerke häufig als "abgasfrei" bezeichnet. Doch Atomkraftwerke geben auch im so genannten Normalbetrieb über den Kamin, das Maschinenhaus und das Abwasser radioaktive Stoffe an die Umwelt ab. Jede noch so geringe radioaktive Strahlung kann Krebs auslösen. In der Umgebung vieler Atomanlagen wurden erhöhte Krebsraten festgestellt. Die Grenzwerte für erlaubte Radioaktivitätsabgabe des Atomkraftwerks Fessenheim zum Beispiel liegen bei 925 Milliarden Becquerel/Jahr für radioaktives Material und 74.000 Milliarden Becquerel/Jahr für Tritium (laut einer dpa-Meldung). Die erlaubte "Entsorgung durch Verdünnung", die schleichende Verseuchung über den Kamin und das Abwasser, ist ein Skandal. Bei Wikipedia heisst der Schornstein der AKW sehr häufig verharmlosend "Abluftkamin".
Krebs und AKW
Aus einer Studie, die das Bundesamts für Strahlenschutz (BfS) im Dezember 2007 veröffentlichte, geht hervor, dass die Häufigkeit von Krebserkrankungen bei Kindern unter fünf Jahren mit der Nähe zum Reaktorstandort deutlich zunimmt. Im Umkreis von fünf Kilometern um die Reaktoren wurde für den Zeitraum von 1980 bis 2003 ermittelt, dass 77 Kinder an Krebs erkrankten, davon 37 Kinder an Leukämie. Im statistischen Durchschnitt wären 48 Krebserkrankungen beziehungsweise 17 Leukämiefälle zu erwarten. Es ist unerklärlich warum viele Spitzenpolitiker von CDU, CSU und FDP vor dieser Tatsache die Augen verschließen. Der Studie zufolge gibt es also zusätzlich 1,2 Krebs- oder 0,8 Leukämieerkrankungen pro Jahr in der näheren Umgebung von allen 16 untersuchten Akw-Standorten. Die Studie zeigt aber, dass auch im weiteren Radius um AKW die Kinderkrebshäufigkeit zunimmt. Der prozentuale Anteil sinkt zwar, dafür nimmt aber die Anzahl der kranken Kinder zu, denn dort wohnen und leben mehr Kinder als in direkter Nähe des AKW.
Es ist unerklärlich warum viele Spitzenpolitiker von "liberalen" und "konservativen" Parteien dieses Krebsrisiko nicht sehen wollen. Es ist ebenso unerklärlich warum immer noch Menschen ihren Gefahrstrom von den Atomkonzernen beziehen.
Der Epidemiologe und Mitglied des Expertengremiums des Bundesamtes für Strahlenschutz Eberhard Greiser sagte dazu in einerm Interview der TAZ vom 18.12.07
„Im 5-Kilometer-Kreis ist das Risiko um 60 bis 75 Prozent höher, in 5 bis 10 Kilometeren Entfernung um 20 bis 40 Prozent erhöht, weiter entfernt sinkt das Risiko bis auf sehr kleine Werte. Wenn Sie die Zahl der Bewohner nehmen, gibt es in der 50-Kilometer-Zone allerdings deutlich mehr betroffene Kinder“
„Von allen Krebserkrankungen bei Kindern unter 5 Jahren, die im 50-Kilometer-Umkreis von Kernkraftwerken leben, sind 8 bis 18 Prozent auf das Wohnen in der Nähe des Atomkraftwerkes zurückzuführen.“
mehr Infos: Krebs, Kinderkrebs und Kernkraftwerk
Die Gefährdung des AKW Beznau durch potentielle Anschläge
und Terror wird in der politischen Debatte gerne verdrängt und ausgeblendet. Doch die sogenannte friedliche Nutzung der Atomenergie hat die Büchse der Pandora weit geöffnet. Für Atom - Terrorismus gibt es vier denkbare Wege:
- Aus spaltbarem Material (Plutonium-239, hochangereichertes Uran-235...) könnte ein nuklearer Sprengkörper einfachster Technologie gebaut werden
- Verwendung einer (gestohlenen) Atombombe aus Beständen regulärer Armeen
- Radioaktives Material kann mit Hilfe einer geeigneten technischen Vorrichtung in der Umwelt verbreitet werden, um eine radioaktive Verseuchung zu schaffen (Schmutzige Bombe)
- Direkter Angriff auf ein Atomkraftwerk, einen Castortransport, eine Wiederaufarbeitungs-anlage oder sonstige Atomanlage
Während die Punkte 1 und 2 technisch extrem aufwändig und sehr unwahrscheinlich (aber nicht ausgeschlossen) sind, müssen die letzten beiden Punkte als konkrete Bedrohungen angesehen werden. Ein Anschlag mit "modernen" panzerbrechenden Waffen auf das AKW hätte verheerende Auswirkungen. Panzer- und bunkerbrechende Waffen aller Art gehören leider schon lange zum gängigen Waffenarsenal im Bereich des Terrorismus. Solange das AKW Beznau nicht abgestellt ist, gehört es zumindest besser gesichert als bisher.
Mehr Infos - Atomterrorismus
Flugzeugabsturz und das AKW Beznau
Eine geheimgehaltene Studie der deutschen "Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit" über die Terror-Anfälligkeit von Atomkraftwerken wurde vom Nachrichtenmagazin NEWS veröffentlicht.
Wir zitieren:
Terroristen sind mit jeder Art von Passagierflugzeug in der Lage, den atomaren Super-GAU auszulösen. Wenn nur ein Triebwerk eine Reaktorgebäudewand durchdringe und einen Brand auslöse, sei die Beherrschung des atomaren Ernstfalls "fraglich". Selbst ein "Treffer des Daches des Reaktorgebäudes durch Wrackteile mit Absturz eines Dachträgers in das Brennelementbecken" führe zu einer "begrenzten Freisetzung" von Radioaktivität aus dem Brennelementlagerbecken. Wird in diesem Fall auch noch Kühlwasser verloren und entsteht ein Treibstoffbrand - wie es beim World Trade Center der Fall war - rechnen die Experten mit "erheblicher Freisetzung aus dem Brennelementlagerbecken".
Auch Beznau ist ein schlecht geschütztes Kernkraftwerk. Es kann nicht angehen, angesichts dieser Gefahren den Kopf in den Sand zu stecken. Nicht einmal die "nächste" Atomkraftwerksgeneration, der Europäische Druckwasserreaktor (EPR), könnte einen gezielten Anschlag überstehen. Nach einem Anschlag mit modernen Waffen oder einem Flugzeug auf das Atomkraftwerk würde das weite Umland aufhören, in der bisherigen Form zu existieren.
Wie groß die Terrorgefährdung der deutschen Atomkraftwerke ist, belegen interne Dokumente, die der taz seit Juni 2009 vorliegen: "Eine Untersuchung der Internationalen Länderkommission Kerntechnik aus dem Jahr 2002 kommt zu dem Ergebnis, dass nur 3 der damals 19 Atomkraftwerke einem Flugzeugangriff standhalten würden. "Bei allen anderen Kernkraftwerken ist bei einem Aufprall auf das Reaktorgebäude mit schweren bis katastrophalen Freisetzungen radioaktiver Stoffe zu rechnen." Eine Nachrüstung sei technisch und wirtschaftlich nicht machbar."
Mehr Infos Flugzeugabsturz Terrorgefahr und AKW
Folgen möglicher Atomunfälle dargestellt am Beispiel des AKW Fessenheim und übertragbar auch auf das AKW Beznau
(aus einer Studie des Ökoinstituts Darmstadt im Auftrag der Badisch-Elsässischen Bürgerinitiativen)
Hintergrund der Studie war ein angenommener schwerer Atomunfall im französischen EDF-/EnBW-Atomkraftwerk Fessenheim: „Bei lebhaftem Südwestwind mit Regen würde sich eine bis zu 370 km lange Schadensfahne von Fessenheim bis in den Raum Würzburg-Nürnberg erstrecken. In deren Bereich müssten alle Siedlungen auf 50 Jahre geräumt werden, sollten die Richtlinien von Tschernobyl zur Anwendung kommen. Betroffen wären u.a. die Städte Freiburg, Freudenstadt, Tübingen, Stuttgart, Heilbronn und Schwäbisch Hall.“ (Sollte der Wind am Katastrophentag in eine andere Richtung wehen, so wären natürlich andere Städte und Gemeinden betroffen.) Der Atomunfall in Tschernobyl hat gezeigt, dass die bestehenden Katastrophenschutzpläne mit einem vorgesehenen 8-km-Evakuierungsradius Makulatur sind und nur der Beruhigung der Menschen dienen.

Folgen eines schweren Unfalls oder eines Terroranschlages
auf das AKW Beznau für Sie:
Nehmen Sie einen Zirkel und ziehen Sie einen Kreis von ca. 300 Kilometer um das AKW Beznau. Wenn Sie in diesem Kreis wohnen und es zu einem schweren Unfall oder Terroranschlag kommt, zu einer Katastrophe die unwahrscheinlich ist und die dennoch morgen schon eintreten kann, wenn ein Teil des radioaktiven "Inventars" des AKW austritt und der Wind in Richtung Ihres Wohnortes weht, dann werden Sie diese Ihre Heimat, mit allem was Sie in Jahrzehnten mühevoll aufgebaut haben, schnell und endgültig verlassen müssen und froh sein, einfach nur zu überleben.
4000 Milliarden Franken
kann ein schwerer Atomunfall mit radioaktiver Verseuchung in einem Schweizer AKW kosten. Diese Zahl stammt nicht von AKW-Gegnern, sondern vom Bundesamt für Zivilschutz. Diese Zahl stand schön häufiger in den Medien. Das Problem: Niemand kann sich eine solche Zahl “4 000 000 000 000 Franken” vorstellen. Ein schwerer Atomunfall oder ein Terroranschlag auf ein altes oder neues AKW, bedeutet schlicht das Ende der Schweiz, so wie wir sie bisher kannten. Es ist erstaunlich, dass manche Parteien, die sich ansonsten dem “Heimatschutz” verschrieben haben, dies nicht erkennen wollen. Die aktuell diskutierte minimale Erhöhung der Haftpflicht-Versicherung für Atomkraftwerke ist lächerlich und zeigt den Einfluss der Atomkonzerne auf die Politik der Schweiz.
Der Tagesanzeiger berichtet über eine Rekordzahl von Pannen im AKW Beznau
“2008 hat für die Betreiber der zwei Reaktorblöcke von Beznau nicht besser begonnen als das letzte Jahr aufgehört hat: Mit einer weiteren Panne. Am 31. Januar morgens um sechs Uhr kam es im Reaktorblock II zu einer unvorhergesehenen Schnellabschaltung. Zuvor war die Stromversorgung von mehreren Anzeigeinstrumenten im Haupt-Kommandoraum des AKW ausgefallen. Dadurch fielen auch zur Regelung der Reaktorleistung benötigte Signale aus. Das wiederum führte zu einer automatischen Reduktion der Reaktorleistung. Die Wachmannschaft reduzierte deshalb auch die Turbinenleistung. Weil ihr die dazu notwendigen Anzeigeinformationen fehlten, konnte sie nicht verhindern, dass auch ein automatisches Abblasen von Frischdampf ausgelöst wurde.
Um 6.19 Uhr löste die Mannschaft aus Sicherheitsgründen schliesslich manuell eine Schnellabschaltung des Reaktors aus und konnte die Anlage so stabilisieren. Der defekte Anlagenteil wurde lokalisiert und ersetzt. Im Laufe des Nachmittags konnte Reaktor II den Betrieb wieder aufnehmen.
Dieser jüngste Zwischenfall in Beznau reiht sich ein in eine Serie von Pannen im Jahr 2007: Von den insgesamt 13 meldepflichtigen «Vorkommnissen» – so der Fachbegriff – in den Schweizer Atomkraftwerken, ereigneten sich letztes Jahr 8 allein in Beznau. Das teilte die Hauptabteilung für die Sicherheit der Kernanlagen (HSK) Mitte Januar mit. Noch nie zuvor ist es in einem Schweizer AKW zu einer derartigen Häufung von Pannen gekommen: Bisher hatte Leibstadt mit sechs Vorkommnissen in einem Jahr den unrühmlichen Rekord gehalten.” Zitatende
Der Tagesanzeiger 07. Februar 2008
Wie gefährlich ist Atommüll?
In einem AKW entsteht in einem Jahr pro Megawatt Leistung ca. die kurz- und langlebige Radioaktivität einer Hiroshimabombe. Das heißt, im AKW Beznau entsteht jährlich ca. die Radioaktivität von ca. 730 Hiroshimabomben. Ein Teil dieser Radioaktivität zerfällt nach relativ kurzer Zeit. Manche radioaktiven Stoffe ("Isotope") zerfallen in wenigen Jahren (z.B. das klimaschädliche Krypton-85: 10,76 Jahre Halbwertzeit). Andere radioaktive Gifte haben extrem lange Halbwertszeiten (z.B. Jod-129: 17 000 000 Jahre). Ins Endlager kommt ein "Cocktail" aus vielen gefährlichen Abfallstoffen. Ein atomares Endlager muss also Sicherheit über viele Halbwertszeiten, über mindestens eine Million Jahre(!) geben - über Zeiträume, die unser Vorstellungsvermögen sprengen. Es fällt schwer, sich die Gefahren und Gefährdungszeiträume von Atommüll vorzustellen.
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Plutonium und der Pharao
Beim Betrieb eines AKW mit 1000 MW Leistung entstehen pro Jahr ca. 200 - 250 kg hochgefährliches Plutonium. Wenn der bekannte ägyptische Pharao Cheops vor 4550 Jahren nicht die berühmte Pyramide gebaut, sondern ein AKW 4 Jahre lang betrieben hätte, dann wären neben vielen anderen Abfällen ca. 1000 kg Plutonium zusammengekommen. Bei einer Halbwertszeit von 24 110 Jahren (Plutonium 239) wären heute noch 877 kg vorhanden. Nach 10 Halbwertszeiten, also nach 241 100 Jahren müssten immer noch ca. 0,1% der Ausgangsmenge, also 1 kg Plutonium dauerhaft sicher gelagert werden.
Mehr Infos - Atommüll
Atomkraftwerk + Atomwaffen = Atomkraftwaffen
Das größte Atomproblem ist die Gefährdung allen Lebens mit der weltweiten Verbreitung von Atomkraftwaffen durch den Bau von Atomkraftwerken, Urananreicherungsanlagen und dem Schwarzmarkt für Plutonium. Wieso haben Länder wie Pakistan und Israel Atomwaffen? Weil sie mit Hilfe der "friedlichen Nutzung der Kernenergie" Mittel und Wege gefunden haben, Atomkraftwaffen zu bauen. Und jedes alte und neue AKW (auch der neue Siemens Euroreaktor EPR) vergrößert die Gefahr für den Weltfrieden. Deutlich wird diese Gefahr auch beim Streit um das iranische bzw. nordkoreanische Atomprogramm und die iranische bzw. nordkoreanische Atombombe. Doch der erhobene Zeigefinger in Richtung Nordkorea und Iran gilt nicht, wenn hinter diesem Zeigefinger eigene Atomwaffen, AKW und Urananreicherungsanlagen stehen.

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Woher kommt die Anmaßung der Atomstaaten,
anderen Ländern das verbieten zu wollen, was sie selber haben? Wie der Kolonialismus lässt sich eine weltweite atomare Zweiklassengesellschaft auf Dauer nicht aufrecht erhalten. Wer im eigenen Land Atomkraftwerke betreibt und länger laufen lässt, wer heimlich auf den Bau neuer Siemens Druckwasserreaktoren spekuliert, liefert dem Rest der Welt gute Gründe, neue Atomkraftwerke und Atomwaffen zu bauen, fördert die Proliferation und gefährdet so diesen Planeten und alles Leben. Deshalb fordert der BUND auch den schnellen, nationalen und internationalen Ausstieg aus der Gefahrtechnologie Atomenergie.
Mehr Infos - AKW, Atombombe, Atomwaffen, Atomkraftwaffen
Die größte Gefahr für den Frieden in der Welt
geht zur Zeit vom französischen Staatspräsidenten Sarkozy aus. Er will als "Außendienstmitarbeiter" der französischen Atomkonzerne Atomkraftwaffen in Spannungsgebiete exportieren. Er schreckt nicht einmal davor zurück Atomtechnologie an den libyschen Staatspräsidenten Gaddafi zu liefern, obwohl dieser im Februar 2010 zum Dschihad gegen die Schweiz aufgerufen hat.
Wenn ein Fremder meinen Nachbarn bedroht
und ich dem Fremden einen Knüppel oder ein Gewehr verkaufe, dann werde ich vermutlich bestraft. Wenn der Nachbar die Schweiz ist, der Fremde Herr Gaddafi und wenn Herr Sarkozy Herrn Gaddafi (und in andere Spannungsgebiete) Atomkraftwaffen liefert, dann wird das natürlich nicht bestraft und es ist nicht einmal ein Thema für die Mehrzahl der Medien. Der Zusammenhang zwischen heutigem Handeln und zukünftigen Folgen spielt in der Berichterstattung dann keine Rolle, wenn das heutige Handeln Gewinne bringt. Der Philosoph Günter Anders hat diese Art des Denkens und Verdrängens einmal Apokalypsenblindheit genannt. Es wäre gut und wichtig, diese gefährliche Art des Denkens und des Journalismus zu überwinden.

Wie Herr Sarkozy den Frieden und die Zukunft der Welt gefährdet
Atomkraft und die Klimakatastrophe
„Atomkraftwerke schützen das Klima“. Damit werben die Atomkonzerne EnBW, E.ON, Vattenfall, RWE und die Atomparteien für den scheinbar CO2-freien Atom-Kraftwerkspark und für die Gefahrzeitverlängerung von AKW. Diese geschickte Werbebotschaft der AKW-Betreiber soll Akzeptanz für alte und neue AKW schaffen. Im Zeitalter der organisierten Desinformation erleben wir hier ein spannendes Exempel. Die Forderung nach neuen Atomkraftwerken dient auch der psychologischen Entlastung vieler Politiker der Atom- und Kohleparteien. Sie tragen die Hauptverantwortung für die bisherige und zukünftige Verschwendung von Energie, Rohstoffen und für die drohende Klimaveränderung.
Die Werbeabteilungen der Atomkonzerne
bieten Ihnen jetzt eine schöne Illussion, sich scheinbar aus der Verantwortung stehlen zu können. Mit vorgeschobenen Umweltargumenten wird Umweltschutz verhindert und umweltgefährdente Anlagen "grüngewaschen". Die Propaganda der Umweltzerstörer ist besser geworden. Die Nutzung der Atomenergie ist nicht nur lebensbedrohend, sondern auch die teuerste Art von Klimaschutz. Der Bau neuer AKW kommt uns wesentlich teurer, als das Energiesparen oder die Errichtung moderner Gaskraftwerke. Umweltforscher haben berechnet, dass sich durch Investitionen im Bereich Energieeinsparung mehr als die doppelte Menge an Kohlendioxid vermeiden lässt, als bei vergleichbaren Investitionen in den Bau neuer AKW. Atomenergie soll angeblich der Schlüssel zum Klimaschutz sein, da sie kein Kohlendioxid (CO2) emittiert. Dies ist nur auf den ersten Blick richtig. Auch Atomenergie ist nicht CO2-frei zu haben! Denn der Betrieb von Uranerzminen und Urananreicherungsanlagen, der Transport von Atommüll und nicht zuletzt der Bau und Abriss von Atomkraftwerken verursachen CO2-Emissionen. Das Freiburger Öko-Institut hat eine interessante Bilanz erstellt: Die CO2-Emissionen eines AKW betragen etwa 25-50 Gramm/Kilowattstunde.
Stromsparmaßnahmen und regenerative Energien "emittieren" nur 0-20 Gramm/Kilowattstunde. Die Atomkraft zieht also eindeutig den Kürzeren! Mit falschen Argumenten nutzen AKW-Befürworter die berechtigte Sorge der Bevölkerung vor dem Klimawandel, um mehr Akzeptanz für die atomare Technologie zu schaffen. Nur der Dreiklang aus erneuerbaren Energien, Energieeffizienz und Energieeinsparung kann den Klimawandel stoppen. Aus Techinikoptimisten und Förderern in Sachen Atomtechnologie werden Technikpessimisten und Verhinderer, wenn es um Sonnenenergie und Windkraftwerke geht.
Die ökologische Ärzteinitiative IPPNW hat berechnet, dass bis zum Jahr 2050 1000 neue AKW gebaut werden müssten (bisher gibt es weltweit 442), um 10 % der fossilen Energie zu ersetzen. Die endlichen Uranreserven wären dann in Kürze erschöpft.
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Klimaschutz und AKW: Mythos und Realität
Der Beitrag der Atomenergie zur weltweiten Energieversorgung liegt bei lediglich 2% während der Beitrag der erneuerbaren Energien schon 18% beträgt. Mit einer „2%-Technik“ ist das das Klimaproblem nicht zu lösen. Selbst der Neubau von Atomkraftwerke könnte diesem geringen Anteil kaum ändern. Eine Vervierfachung der Atomkraftwerkskapazität bis 2050 könnte nur 6% zur angestrebten Halbierung der CO2-Emissionen beitragen (Szenario der Internationalen Energie Agentur, Juni 2008).
Mehr Infos - Atomkraft, Atomkraftwerk, AKW, Klima und Klimaschutz
Energiekrise und das Uran
Die weltweiten Energievorräte und das Uran nur noch für wenige Jahrzehnte
Die Erde steuert auf eine gigantische Energiekrise mit massiven ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Folgen zu, wenn der Umstieg auf nachhaltige, regenerative Energien nicht beschleunigt wird. Die Übernahme unseres westlichen Verschwendungs- und Raubbaumodells durch Indien und China beschleunigt die kommende Energiekrise. Der von den Werbeabteilungen der Atomkonzerne ins Gespräch gebrachte Heilsbringer Uran wird ähnlich schnell aufgebraucht sein wie Erdöl und Erdgas.
Die Fachzeitschrift Politische Ökologie schreibt:
Bei den Steigerungsraten des Verbrauchs, welche die Internationale Energieagentur des OECD (International Energy Agency, IEA) berechnete, ergibt sich:
- ein Ende des Erdöls um 2035,
- von Erdgas vermutlich vor 2040,
- Kohle reicht bis maximal 2100. Dabei ist jedoch nicht berücksichtigt, dass sie die anderen Energieträger ersetzen muss und gleichzeitig zu einem gesteigerten CO2-Ausstoß führt.
- Uran reicht bei der heutigen Förderung nur bis 2040.
Am Ende der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise werden die Energiepreise massiv steigen.

Fortschritt wohin?
Nur ein rascher Umbau unserer weltweiten Raubauwirtschaft auf Nachhaltigkeit und die Nutzung regenerativer Energien können die drohende Energiekrise verhindern. Gut leben statt viel haben lautet die Überlebensformel für die Zukunft.
Mehr Infos - Weltweite Energievorräte/ Energiereserven/ Energieressourcen
Energiealternativen
Das Wachstum im Bereich der alternativen Energien gehört zu den wenigen hoffnungsvollen Zeichen der Zeit. Von 1995 bis 2005 haben sich die Preise für atomare und fossile Energien mehr als verdoppelt, während sie sich für erneuerbare Energien halbiert haben. Windstrom ist global die am schnellsten expandierende Energienutzung. In der EU gingen im Jahr 2005 alle zwei Monate 1000 MW neue Windenergie ans Netz. In Kilowatt (Leistung) entspricht dies einem neuen AKW Gösgen (CH), in Kilowattstunden (Produktion) wird damit ein Atomreaktor der Größe Beznau (CH) ersetzt - und dies alle 60 Tage. "Seit 2004 ersetzt der Zubau erneuerbarer Energien in Deutschland jedes Jahr ein Atomkraftwerk" , sagt Milan Nitzschke, Geschäftsführer des Bundesverbandes Erneuerbare Energien. Im Jahr 2007 nahm die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien in Deutschland sogar um fast 14 Milliarden Kilowattstunden zu, was der Erzeugung von anderthalb Atomkraftwerken entspricht. Bei etwa 140 Milliarden Kilowattstunden, die im vergangenen Jahr in Deutschland mittels Atomkraft erzeugt wurden, ließe sich bei unvermindert zügigem Ausbau der erneuerbaren Energien der Atomausstieg also binnen zehn Jahren kompensieren. Ende Juni 2008 waren in Deutschland Rotoren mit zusammen gut 23.000 Megawatt am Netz. Das teilten der Bundesverband Windenergie (BWE) und der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) mit. Die 17 deutschen Atommeiler kommen zusammen auf knapp 21.500 Megawatt . Allerdings muss man berücksichtigen, dass die Windräder nicht so kontinuierlich Strom liefern, wie wie Atomkraftwerke (wenn diese nicht durch Wartungsarbeiten, Stör- und Unfälle abgeschaltet sind).
“Trotz einer vermeintlichen Atom-Renaissance hat die Windkraft die Atomkraft auch international längst deklassiert, wenn man den Zubau betrachtet. Seit Anfang 2006 wurden weltweit rund 45.000 Megawatt Windkraft neu installiert, wie aus Zahlen der European Wind Energy Association (EWEA) hervorgeht. Zugleich lag die Leistung der neu in Betrieb genommenen Atomkraftwerke laut internationaler Atomenergiebebehörde IAEA bei lediglich 3.347 Megawatt. Rechnet man gegen, dass seither acht Atomreaktoren mit zusammen 2.236 Megawatt abgeschaltet wurden, so stieg die AKW-Leistung weltweit binnen zweieinhalb Jahren nur um 1.100 Megawatt. Im Vergleich dazu wurde 40-mal so viel Windkraft installiert.” berichtete die TAZ am 24.7.2008 Und genau dieses positive Wachstum der zukunftsfähigen Energien wird von den Anhängern der atomar-fossilen Energiegewinnung massiv bekämpft, denn jede neue Photovoltaikanlage und jedes neu gebaute, privat finanzierte Windrad nimmt den AKW-Betreibern und Atomkonzernen Anteile an der Stromproduktion weg. Widerstand gegen Windräder wegen Vögeln, Fledermäusen und Landschaftsschutz? Es geht um Geld und Macht!
Wikipedia & AKW & Atomlobby
Heftig und leider "erfolgreich" sind die gut organisierten Einflussversuche der Atomlobby auf viele deutsche und schweizer Wikipedia - Seiten. Häufig gibt es keinerlei Infos zur Abgabe von Radioaktivität im "Normalbetrieb" zu Krebsisiken oder zur Unfallgefahr und manchmal sogar orwellsches Neusprech. Ein Link zu unseren BUND AKW-Seiten wurde häufig schnell gelöscht, die einseitigen Links zur Betreiberseite blieben stehen. Wenn die Links zu den Konzernseiten von EnBW, E.ON, Vattenfall und RWE unkritisiert bleiben, die Links zu kritischen Seiten von Nichtregierungsorganisationen aber gelöscht werden, dann ist das ziemlich peinlich für eine freie Enzyklopädie. Um so wichtiger ist Eure sachliche Einmischung in diese Wikipedia Debatte und ein Link von Eurer Homepage zu dieser BUND-Seite.
Mischt Euch ein! Tragt kritische wissenschaftliche Studien in die Wikipedia Atomseiten.
Mehr Infos: Einfluss der Atomlobby auf Wikipedia
Die bezahlten PR-Profis der Atomindustrie manipulieren auch Internetforen, Internetabstimmung und Leserbriefseiten.
Wichtiger Nachtrag:
Diese Kritik hat zu ersten positiven Veränderungen bei einigen ersten Atom-Seiten von Wikipedia geführt. Die Informationen sind jetzt teilweise ein wenig ausgewogener. Dennoch gibt es immer noch einige sehr einseitige Pro-Atom Seiten (Stand März 2010)
Atomkraft? Laufzeitverlängerung? Neue schweizer AKW? Ja Bitte?
Bei der Debatte um die Gefahren der AKW, um Kinderkrebs und Laufzeitverlängerung verwundert immer wieder die Vehemenz mit der die schweizer Atomlobby, Atomkonzerne und Atomparteien für ein höheres Atomrisiko streiten. Warum werden die Gefahren nicht gesehen? Die Antwort ist einfach. "Its the economy stupid" Es geht ums Geld, um sehr viel Geld. Die gefährliche lange Laufzeit der schweizer AKW bringt uns allen viele Risiken, den Atomkonzernen und vermutlich auch den Lobbyisten aber viel Geld:
Die Heinrich Böll Stiftung hat für Deutschland die satten Gewinne berechnet, welche die Triebfeder der Atomlobby sind. Diese Zahlen lassen sich auch auf die Schweiz übertragen:
„Für die älteren (kleineren) – und in den nächsten Jahren zur Stillegung anstehenden – Atomkraftwerke ergeben sich „Zusatz"erträge von durchschnittlich 323 bis 485 Mio. CHF jährlich, für die neueren Anlagen summieren sich die jährlichen Zusatzerträge auf 485 bis 647 Mio CHF pro AKW, wenn diese ein Jahr länger laufen.
Neue AKW und Geld
Auch bei den Plänen, neue AKW in Gösgen, Beznau oder Mühleberg zu bauen geht es um schwindelerregende Summen. 5,2 Milliarden CHF soll der erste Europäische Druckwasserreaktor EPR, der gerade zu Dumpingpreisen in Olkiluoto in Finnland gebaut wird, kosten. Realistisch sind nach Expertenansicht eher 6,5 Milliarden CHF. Beim Neubau von zwei neuen Reaktorblöcken in der Schweiz geht es also um die Summe von ca. 13 000 000 000 CHF. Gehen wir von 5% "Werbung" und "baubegleitenden Maßnahmen" zur politischen Akzeptanzgewinnung aus, dann handelt es sich um einen Betrag von 660 Millionen CHF. Aus Überzeugung für alte und neue schweizer Kernkraftwerke? "It's the money, stupid!"
Wenn Sie diese Atom-Infos lesen, sich heftig über die Atomkonzerne und die Atomparteien ärgern, "die Faust im Sack ballen", nachts mit den Zähnen knirschen, aber ansonsten nichts tun, dann nützt das recht wenig.
- Engagieren Sie sich! Für die Stilllegung der Atomkraftwerke und gegen die geplanten neuen AKW.
- Leben Sie energischer. Werden Sie aktiv beim BUND in Deutschland, beim Atomschutzverband TRAS, Schweiz oder bei den Bürgerinitiativen und der Anti-Atom-Bewegung vor Ort.
- Wichtig: Wenn Sie eine Homepage haben, dann legen Sie doch bitte einen Link zu dieser Seite
- Wenn Ihr Energieversorgungsunternehmen Sie mit Atomanlagen bedroht, dann lassen Sie sich das nicht gefallen. Wechseln Sie zu einem "echten" Ökostromanbieter, wie z. B. dem BUND Regionalstrom von den EWS Schönau
- Bringen Sie das Atomthema zur Sprache: Bei der Arbeit, im Verein, dort wo Sie leben, arbeiten und aktiv sind.
- Lassen Sie sich nicht gegen Ihre europäischen Nachbarn ausspielen. Die Atomlobby arbeitet grenzüberschreitend. Wir Umweltschützer auch.
- Setzen Sie sich ein, für Mensch, Natur, Umwelt und für eine nachhaltige, erdverträgliche Entwicklung.
- Engagieren Sie sich für die Demokratie. Die Dauerregierungsmitglieder der Energiekonzerne verstärken ihren Einfluß auf Politik und Medien und gefährden die Demokratie... Gekaufte Demokratie?
- Bekennen Sie sich zu Ihrem Engagement. Mit einem Leserbrief, einem Aufkleber im Fenster, am Rad, an der Mülltonne, am Auto oder mit einem Plakat am Hoftor (Materialien gibt's beim BUND: Onlineshop ).
- Ein neuer Ansatz Atomgefahren abzuwehren wird hier aufgezeigt: Die No-Logo Kampagne
- Unterstützen Sie unsere Arbeit mit einer Spende Werden Sie aktiv beim BUND in Deutschland, oder beim Atomschutzverband TRAS, Schweiz . Flugblätter und Infoarbeit kosten Geld.
Sparen Sie Energie und gehen Sie mit uns den Weg ins Solarzeitalter.
- Überlassen Sie Wikipedia nicht der Atomlobby! Es gibt einige Indizien, die darauf hinweisen, dass gerade in der Schweiz viele Wikipedia Seiten zu den Themen AKW, KKW, Atomenergie und Klimaschutz, von der Atomindustrie massiv manipuliert werden.
- Elektrisches Heizen ist umweltfeindlich. Die Energiekonzerne werben massiv für diese Form der Energieverschwendung
- Schreiben Sie mal wieder einen Leserbrief

Axel Mayer
Hier finden Sie viele Links und Informationen zu wichtigen Atomthemen:
Eine umfassende Information zu den Gefahren der Atomenergie finden Sie hier:
Anti-Atomkraftgruppen Schweiz
Eine Weblinksammlung der schweizer Anti-Atomkraftgruppen
Atom Ausstellung
Mehr Infos: Neue Kernkraftwerke Schweiz?
Mehr Infos: Zwischenlager für Atommüll und AtomfabrikWürenlingen
Mehr Infos: AKW und Atomterrorismus
Mehr Infos: katastrophaler Katastrophenschutz für KKW
Mehr Infos: Akzeptanzforschung, Greenwash und neue Durchsetzungsstrategien für AKW
Mehr Infos: Atommüll Schweiz, atomarer R(h)einfall?
Mehr Infos: AKW, Atombombe, Atomwaffen, Atomkraftwaffen
mehr Infos: AKW Laufzeitverlängerung ist Gefahrzeitverlängerung
Mehr Infos: Atomkraft, Atomkraftwerk, AKW, Klima und Klimaschutz
Mehr Infos: EPR Europäischer-Druckwasserreaktor / Neue AKW und ihre Gefahren
Mehr Infos: Weltweite Energievorräte/ Energiereserven/ Energieressourcen
Mehr Infos: Funktionsweise - Druckwasserreaktor Atomreaktor Kernreaktor
Mehr Infos: Funktionsweise - Siedewasserreaktor Atomreaktor Kernreaktor
Nachtrag:
Medienmitteilung Greenpeace, 6. Juli 2009
Ökobilanz AKW Beznau
Dunkle Flecken im Reinheft
Zürich, 6. Juli 2009. Recherchen belegen: Die Nordostschweizerischen Kraftwerke AG (NOK) informieren in ihrem Umweltbericht zum KKW Beznau nicht korrekt über die Herstellung von Uranbrennstoff. Greenpeace fordert die NOK daher in einem offenen Brief auf, die falsche Umweltdeklaration vom Internet zu nehmen und aus Publireportagen und Inseraten zu streichen bis sie korrigiert ist.
In der «Umweltdeklaration KKW Beznau» ermittelt die NOK, wie stark die Produktion von Atomstrom die Umwelt belastet – hinuntergerechnet auf eine Kilowattstunde. Grundlage dieser Ökobilanz bilde der «gesamte Kernbrennstoffzyklus und alle dazugehörigen Prozesse», behauptet die NOK. Nachforschungen von Greenpeace zeigen nun aber, dass die NOK bezüglich der Herstellung der Brennelemente falsche und unvollständige Angaben macht, was die Aussagekraft der Umweltdeklaration erheblich vermindert.
Die wichtigsten Befunde:
- Für die Brennelemente aus Wiederaufarbeitungsuran (sog. ERU-Brennstoff) wird nicht, wie im NOK-Bericht behauptet, vor allem «überschüssiges Uran aus der Kernwaffenabrüstung» – also russisches Atombombenmaterial – verwendet. Zum Einsatz gelangt wesentlich weniger hoch angereichertes spaltbares Material aus Antriebsreaktoren und aus einem russischen Brutreaktor. Die NOK trägt somit nicht zur atomaren Abrüstung in Russland bei.
- Bevor das Material in den für die NOK bestimmten ERU-Brennstoff eingebaut werden kann, muss es im russischen Mayak – einem der weltweit berüchtigtsten Atomkomplexe, der ganze Landstriche verseucht – wiederaufbereitet werden. Auf der NOK-Liste der russischen Zulieferer fehlt jeder Hinweis auf die Produktionsstätte Mayak.
- Es gibt starke Anhaltspunkte dafür, dass der Löwenanteil des schweizerischen Urans gar nicht in die Schweiz zurückkehrt und in hiesigen AKW wieder verwendet wird. Vielmehr enden aus technischen Gründen bis zu 80 Prozent des Schweizer Urans im Brennstoff für Reaktoren des Typs Tschernobyl und tragen so zum Weiterbetrieb dieser katastrophenträchtigen Atomkraftwerke bei.
«Eine Ökobilanz, die solche Informationen vorenthält, ist geschönt», sagt Atomexperte Leo Scherer. «Die Angaben im Umweltbericht der NOK basieren auf den Standards westlicher Anlagen und Verfahren. Würde von den Zuständen in den Produktionsstätten ex-sowjetischer Bauart ausgegangen, käme eine ganz andere Umweltbilanz zutage.» Greenpeace fordert die NOK deshalb auf, die Umweltdeklaration vom Internet zu entfernen. Sie soll auch aus Publireportagen und Inseratekampagnen verschwinden bis die korrekten Angaben vorliegen.
Leo Scherer,Greenpeace Atomkampagne
Verdacht erhärtet: Falsche Angaben in der Ökobilanz zum AKW Beznau
Zürich, 15. Juli 2009. Greenpeace Schweiz veröffentlicht heute einen Bericht über die Geschäfte der schweizerischen AKW-Betreiber mit der russischen Atomindustrie. Dieser begründet die Vermutung, dass die Nordostschweizerischen Kraftwerke (NOK) für ihren Brennstoff kein Uran aus der russischen Atomwaffenabrüstung verwenden. Gestützt auf die Rechercheergebnisse sowie jüngste Medienberichte wiederholt Greenpeace die Forderung an die NOK, die Ökobilanz zum AKW Beznau zu korrigieren.
Seit Jahren beziehen die AKW Beznau (NOK/Axpo) und Gösgen (Alpiq, ehemals Atel) grosse Mengen Kernbrennstoff von der russischen Atomfirma TVEL. Die Undurchsichtigkeit dieser Geschäftsbeziehungen war Anlass für die heute veröffentlichte Greenpeace-Studie «Recycling von Wiederaufarbeitungsuran? Ein Einblick in die Geschäfte der Schweizer Atomindustrie mit russischen Brennstoffproduzenten».
Der Bericht liefert Befunde, die dem von der Atomindustrie propagierten sauberen Kreislauf des Brennstoffs Uran widersprechen. So zeigt die Recherche auf, dass der Löwenanteil des zur Wiederaufbereitung nach Russland geschickten schweizerischen Urans gar nicht in die Schweiz zurückkehrt, sondern im Brennstoff für marode Reaktoren vom Typ Tschernobyl endet.
Ebenfalls auf den Bericht stützt Greenpeace den Vorwurf an die NOK, deren «Umweltdeklaration KKW Beznau» beruhe auf einer Falschdeklaration. Die NOK gibt nämlich an, für ihren Brennstoff werde hoch angereichertes Uran aus Atomwaffenbeständen eingesetzt. Die Recherchen von Greenpeace hingegen zeigen, dass bloss mittel angereichertes Uran aus Schiffsreaktoren verwendet wird. Das hat gemäss Leo Scherer, Atomexperte bei Greenpeace, zwei Konsequenzen: «Zum einen kann die NOK nicht länger Werbung damit machen, dass der Betrieb des AKW Beznau zur Kernwaffenabrüstung in Russland beitrage. Zum andern muss die Umweltdeklaration von Grund auf neu berechnet werden, denn mittel angereichertes Uran wird in Atomanlagen ex-sowjetischer Bauart hergestellt, was die Ökobilanz entsprechend verschlechtert.»
«Recycling von Wiederaufarbeitungsuran? Ein Einblick in die Geschäfte der Schweizer Atomindustrie mit russischen Brennstoffproduzenten»
Der 25-seitige Bericht versucht, die verschlungenen Geschäftsbeziehungen und die komplizierten Zusammenhänge bei der Herstellung und Wiederverwendung der Kernmaterialien übersichtlich und verständlich darzustellen. Er erklärt, wie Natururan, Wiederaufarbeitungsuran (WAU) und hoch oder mittel angereichertes Uran (HEU bzw. MEU) zusammenhängen. Die Studie zeigt sodann auf, wie stark sich die Zahlenangaben zu den Stoffflüssen zwischen der Schweiz und Russland je nach Quelle (IAEA, NOK, Bundesamt für Energie) unterscheiden.
Der Bericht ist das Ergebnis einer rund ein Jahr dauernden Untersuchung mehrerer Rechercheure. Er basiert auf Abklärungen vor Ort sowie einer minutiösen Sichtung aller zugänglichen Informationsquellen, wie etwa der Publikationen der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) und direkter Anfragen bei den Schweizer AKW-Betreibern.