EPR, Europäischer Druckwasserreaktor, neue Atomkraftwerke - Eine kurze Kritik

Beginnen wir mit dem Wichtigsten,
mit dem Schmierstoff der Politik, mit Geld. 3,2 Milliarden Euro sollte der erste Europäische Druckwasserreaktor EPR, der gerade zu Dumpingpreisen in Olkiluoto in Finnland gebaut wird, kosten. Realistisch sind nach Expertenansicht zwischenzeitlich eher 5 Milliarden Euro. Beim Neubau von zwei neuen Schweizer Kernkraftwerken geht es also beispielsweise um die Summe von ca. 10 000 000 000 Euro. Wer die deutschen AKW durch Neubauten ersetzen will muss mit einer Bausumme von weit über 70 Milliarden Euro rechnen. Gehen wir von 5% Werbung und „baubegleitenden“ Maßnahmen zur politischen Akzeptanzgewinnung aus, dann handelt es sich um einen Betrag von 3,5 Milliarden Euro. Die Atomparteien in Deutschland, Frankreich, Schweiz und anderswo sind nicht aus Überzeugung für Atomkraft. „It's the money, stupid!“
Schmiergeld-Zahlungen waren beim Atomkonzern Siemens gängige Praxis
berichtete Spiegel Online am 13. März 2007. "Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft, zwischen 1999 und 2002 seien insgesamt knapp sechs Millionen Euro Schmiergeld an Mitarbeiter des italienischen Energieversorgers Enel gezahlt worden, sei richtig, erklärte Horst V. vor dem Landgericht Darmstadt." Zitatende
Zehn Monate nach Beginn des Schmiergeldskandals bei Siemens lagen laut Süddeutscher Zeitung intern die ersten Prüfergebnisse vor und sind dem Aufsichtsrat in München präsentiert worden. Die US-Anwaltskanzlei Debevoise, die Siemens im Auftrag des Aufsichtsrats durchleuchtet, sei allein in der Telekommunikationssparte (Com) auf dubiose Zahlungen in Höhe von 1,16 Milliarden Euro gestoßen, schreibt die Zeitung (Freitagausgabe) unter Berufung auf Konzernkreise. Die Zahlungen erstreckten sich auf den Zeitraum von 1995 bis 2006. Die US-Anwälte hätten in der Kraftwerkssparte bereits schwarze Kassen entdeckt, die mit fast 300 Millionen Euro gefüllt waren. Insgesamt habe Debevoise damit bislang fragwürdige Transaktionen über fast 1,5 Milliarden Euro entdeckt. Ob dabei auch "Atomgelder" geflossen sind, wird wohl nie geklärt werden.
"Der EPR ist zehn mal sicherer,
als die herkömmlichen Atomkraftwerke" (Zitat der ehemaligen konservativen französischen Industrieministerin Fontaine). "Das klingt doch recht erstaunlich", meint BUND Geschäftsführer Axel Mayer. "Wurde uns nicht jahrzehntelang eingetrichtert, die bisherigen AKWs seien zu hundert Prozent sicher?
"
Während die Umweltbewegung in Deutschland bis 2009,
eingeschläfert vom "Atomausstieg", auf die Abschaltung der Atomanlagen setzte, bereiteten im Hintergrund die Atomkonzerne EnBW, RWE, Eon, Vattenfall, EDF, Siemens und Areva die Laufzeitverlängerung und die Durchsetzung neuer Atomkraftwerke in Europa vor. Die Planung des Euroreaktors wird von der EDF und der EnBW mit unseren Stromgeldern finanziert, solange wir dort Strom beziehen. Gebaut werden soll er von Siemens und Areva.
Die neuen sanften Durchsetzungsstrategien für den EPR Euroreaktor
Ab 2005 muss in Europa ein Großteil der konventionellen Kraftwerke ersetzt werden. Siemens und Areva sind daran interessiert, den Fuß auf dem weltweiten Nuklearmarkt in der Tür zu halten; es geht bei dem EPR nicht nur um einen Reaktor in Frankreich, sondern um ein vorzeigbares Referenzmodell für den Weltmarkt.
Die Atomlobby hat aus ihren Niederlagen in Wyhl, Kaiseraugst, Gerstheim, Wackersdorf und Zwentendorf gelernt. Die alten Fehler werden nicht wiederholt. So läuft zur Zeit europaweit eine geschickte Akzeptanzkampagene für den "neuen, sicheren, umweltfreundlichen und nachhaltigen" Euroreaktor an. Die "nachhaltige, klimafreundliche Kernenergie" ist das Motto der anlaufenden millionenschweren Werbeaktion. Ausgerechnet die Energiekonzerne, denen die Umweltbewegung in jahrelangen Auseinandersetzungen Entstickungs- und Entschwefelungsanlagen für ihre veralteten Kohlekraftwerke aufzwingen mussten, versuchen nun vorgeschobene Klimaargumente für die Atomenergie zu nutzen. Auch der Versuch, über den Konflikt um die Windenergienutzung die Umweltbewegung zu spalten, geht in diese Richtung. Die Erinnerungen an die Reaktorunfälle in Tschernobyl (Ukraine), Harrisburg (USA) und Lucens (Schweiz) wurden erfolgreich verdrängt. Und auch die kleinen Nationalismen werden geschickt genutzt um Gefahrzeitverlängerung und neue AKW politisch durchzusetzen. Bereits vor über 30 Jahren sagte der damalige Ministerpräsident und Atomlobbyist Hans Filbinger: "Wenn das AKW Wyhl nicht gebaut wird, dann bauen 'die Franzosen' zusätzlich zu Fessenheim noch ein AKW nach Marckolsheim." Heute sind EnBW und EDF eng verflochtene Global Player, dennoch wird heute schon die Gefahrzeitverlängerung und zukünftig vermutlich auch der Euroreaktor mit einem national angehauchten und darum leider eingängigen Argument durchgesetzt. "Wenn wir nicht die AKW-Laufzeit verlängern, dann kommt der zukünftige Strom aus unsicheren "ausländischen" AKWs." Auch wenn diese Argumentation leicht widerlegt werden kann, ist es erstaunlich, wie wirksam die "Nationale Karte" immer noch funktioniert, wenn es gilt, wirtschaftliche Interessen gegen die Menschen durchzusetzen.
Die Gefahren des Europäischen Druckwasserreaktors (kurze Zusammenfassung)
- -Auch der neue EPR-Reaktor ist an jedem Standort gefährlich und abzulehnen
- -Auch er produziert Atommüll, der eine Million Jahre sicher gelagert werden muss.

- -In jedem AKW entsteht in einem Jahr für jedes Megawatt elektrischer Leistung ungefähr die kurz- und langlebige Radioaktivität von einer Hiroshima Bombe. Bei zwei Euroreaktoren à 1600 MW ist das im Jahr die Radioaktivität von 3200 Hiroshima Bomben. Und überall, wo Menschen arbeiten, gibt es auch unvorhersehbare Fehler.
- -Der Euroreaktor ist groß statt sicher. Die elektrische Leistung von 1600 Megawatt stellt nach Ansicht der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW) eine Abkehr von der einst geforderten "inhärenten Sicherheit" dar. Doch um die Stromkosten nicht völlig ausufern zu lassen, setzt man bei Siemens und Areva "mehr auf supergroß als auf supersicher".
- -Der EPR verfügt nicht über genügend passive Sicherheitssysteme, sondern setzt immer noch auf störanfällige Armaturen und Pumpen mit Motorantrieb, die bei einem Ausfall der Stromversorgung versagen.
"Die wesentliche Neuentwicklung des Europäischen Druckwasser-Reaktors ist ein Auffangbecken, in das - im Falle einer Kernschmelze - diese abfließen und gekühlt werden soll. Die IPPNW hält auch dieses zentrale Sicherheitssystem für nicht überzeugend. Einerseits müsste das Becken absolut trocken sein wenn sich die Schmelze darin ausbreiten soll, weil es sonst zu gefährlichen Dampfexplosionen kommen könnte. Andererseits müsste zur Kühlung der Kernschmelze diese anschließend gezielt mit Wasser bedeckt werden, was aber die gefürchteten Dampfexplosionen geradezu herbeiführen kann." (Zitat IPPNW)
- -Auch für den EPR werden Menschen in Uranbergwerken und durch radioaktive Emissionen in der Umgebung von AKWs, Wiederaufarbeitungsanlagen und Urananreicherungsanlagen an Krebs erkranken und sterben.
- -Der Euroreaktor als geplanter Exportartikel erhöht die Gefahr, dass neue Staaten in den Besitz von Atomwaffen gelangen. "Aus der Vergangenheit, dem Export eines AKWs an den Irak, werden keine Lehren gezogen", meint Jean-Jacques Rettig vom französischen Umweltverband CSFR. "Wer AKWs betreibt, kann auch Atombomben bauen. So gefährden EDF, EnBW, Siemens und Areva für kurzfristige Gewinne den Weltfrieden".
-Die Planungen für den EPR begannen lange vor dem 11. September 2001. Einem jederzeit möglichen Terroranschlag könnten sie nicht standhalten. Ein Terroranschlag oder ein Reaktorunfall könnten große Teile Zentraleuropas dauerhaft unbewohnbar machen. Ein Land mit AKW`s ist erpressbar. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat der französischen Regierung "Zensur" bei der öffentlichen Debatte über den neuen Druckwasserreaktor-Typ EPR vorgeworfen. Auf Druck eines "hohen Beamten im Verteidigungsministerium" sei die September 2005 die Veröffentlichung eines Dokuments verhindert worden, nachdem der EPR einem Anschlag wie am 11. September 2001 in New York nicht standhalten würde.
- -Auch in einem Euroreaktor ist eine Kernschmelze möglich. "Siemens und Areva versuchten auf der Basis des ökonomisch Machbaren eine Lösung gegen die Gefahr eines Super-GAUs (schwerer Kernschmelzunfall mit massiver Freisetzung von Radioaktivität) zu finden; doch keine der geplanten technischen Vorkehrungen kann als 'Lösung' bezeichnet werden: So sind die Sicherheitsvorkehrungen innerhalb des EPR gegen eine unkontrollierte Kernschmelze allesamt auf 'Niederdruckkernschmelzen' ausgelegt. Ihre Funktionsfähigkeit ist sehr umstritten". (Zitat Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz - BBU)
EPR-Reaktoren unsicher
In Frankreich brach im November 2009 nach einem Warnbrief mehrerer Atomaufsichtsbehörden eine Debatte über die Sicherheit der neuen Generation von Atomreaktoren los. Greenpeace appelliert an Paris, den Bau des EPR-Reaktors im nordfranzösischen Flamanville einzustellen. Hintergrund ist ein Warnschreiben der französischen, britischen und finnischen Atomsicherheitsbehörden, die Nachbesserungen bei der Sicherheit des EPR-Reaktors verlangen. Es sei insbesondere notwendig, das Steuersystems des Reaktors im Notfall unabhängig vom normalen Betriebssystem zu machen, heißt es in einer gemeinsamen Stellungnahme.

Neue AKW / Neue Atomkraftwerke: Mehr Krebs, Atommüll und Profit
Krebs und neue AKW
Alte und neue AKW geben über den Schornstein und das Abwasser auch im so genannten "Normalbetrieb" und bei Störfällen ständig Radioaktivität an die Umwelt ab. Aus einer Studie, die das Bundesamts für Strahlenschutz (BfS) im Dezember 2007 veröffentlichte, geht hervor, dass die Häufigkeit von Krebserkrankungen bei Kindern unter fünf Jahren mit der Nähe zum Reaktorstandort deutlich zunimmt. Die Studie mit Daten von über 6000 Kindern liefert die bislang deutlichsten Hinweise auf ein erhöhtes Krebsrisiko bei Kindern in der Nähe von Kernkraftwerken. Das Risiko ist demnach im 5-km-Radius für Kinder unter fünf Jahren um 60 Prozent erhöht, das Leukämierisiko um etwa 120 Prozent. Im Umkreis von fünf Kilometern um die Reaktoren wurde für den Zeitraum von 1980 bis 2003 ermittelt, dass 77 Kinder an Krebs erkrankten, davon 37 Kinder an Leukämie. Im statistischen Durchschnitt wären 48 Krebserkrankungen beziehungsweise 17 Leukämiefälle zu erwarten. Der Studie zufolge gibt es also zusätzlich 1,2 Krebs- oder 0,8 Leukämieerkrankungen pro Jahr in der näheren Umgebung von allen 16 untersuchten Akw-Standorten.
Es ist davon auszugehen, dass Krebs nicht nur bei Kleinkindern auftritt, sondern dass auch Kinder und Erwachsene betroffen sind – deren Erkrankungsraten wurden bisher
allerdings weltweit noch nicht in einer vergleichbaren Weise systematisch untersucht.
Neues AKW in Finnland: Pleiten, Pech und Pannen
Der französische Atomkonzern Areva musste laut Financial Times im Dezember 2006 wegen Schwierigkeiten mit dem Bau des ersten europäischen Druckwasserreaktors in Olkiluoto / Finnland eine Gewinnwarnung ausgeben. Nach Recherchen von Technology Review gab es beim Bau des EPR große technische Probleme mit dem Gießen der Betonschicht unter dem Reaktor.
Susan Boos berichtete am 31.5.2007 in der WOZ über die Probleme in Olkiluoto:
Vor einem Jahr publizierte die finnische Atomaufsichtsbehörde Stuk einen Bericht, der scharfe Kritik an den Bauherren enthält. Unter vielen anderen diese Punkte:

- Areva arbeite mit Firmen zusammen, die überhaupt keine Erfahrung im AKW-Bau hätten.
- Die Sicherheitskultur werde vernachlässigt: Den Zulieferfirmen werde nicht klargemacht, dass beim Bau eines Atomkraftwerkes besondere Sicherheitsanforderungen gälten; Mängel würden nicht weitergemeldet; die Kommunikationswege seien verworren.
- Sprachprobleme auf der Baustelle führten zu Missverständnissen und Fehlern.
- Wegen des fixen Preises stehe Areva unter enormem Kostendruck und wähle deshalb die günstigsten und nicht die besten Zulieferer.
- Es werde mit veralteten Methoden gearbeitet. So wurden zum Beispiel wichtige, grosse Stahlteile von Hand zusammengeschweisst, was heute nicht mehr üblich ist.
Schon beim Betonfundament traten die ersten gravierenden Probleme auf. Das Betongemisch enthielt zu viel Wasser, was seine Festigkeit beeinflusst. Die Anlage soll sechzig Jahre in Betrieb sein, muss enormen Belastungen und aggressiven Chemikalien standhalten. Als die TVO festgestellt habe, dass mit dem Beton etwas nicht stimme, wurden die Arbeiten sofort für zwei Monate unterbrochen Zitatende
Nachtragl: Notbremse auf finnischer AKW-Baustelle
Angesichts ausufernder Milliardenverluste zieht der französische Atomtechnikkonzern Areva beim Bau des weltweit ersten Europäischen Druckwasserreaktors (EPR) in Finnland die Notbremse. Areva drohte, die letzten Bauphasen so lange auf Eis zu legen, bis der finnische Partner TVO neuen Vereinbarungen über Fristen, Kosten und Praktiken zustimme. Man wolle "im Rahmen des Vertrags die Kundenbeziehung neu definieren, um ein effizienteres Projektmanagement" zu erreichen. Doch ist das eigentliche Problem die unkontrollierbaren Kosten eines AKW-Neubaus: Die Projektverluste bei der französischen Firma addieren sich bereits heute auf 2,3 Milliarden Euro. Der finnische EPR ist zudem schon mehr als drei Jahre im Verzug. Aus dem Vorzeigeprojekt der Nuklearindustrie wird ein Wegschauprojekt.
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Der erste Standort soll in Olkiluoto Finnland,
der zweite in Flamanville in Frankreich liegen. Gesucht werden Standorte an denen mit einem geringen politischen Widerstand gerechnet wird. In einem kleinen Land wie Finnland kommt Geld, Macht und der Einfluß der Atomlobby voll zur Geltung. Ähnliches gilt für die Schweiz. Es geht darum, an der schwächsten europäischen Stelle den Damm zu brechen, um dann auf den europäischen Neideffekt zu setzen. "Lieber ein schlechtes AKW in Deutschland oder Frankreich als ein genau so unsicheres Atomkraftwerk beim europäischen Nachbarn in Finnland..." ist das Motto, das geschickt an nationale Egoismen anknüpft... Auch so kann Globalisierung aussehen. Letztendlich sollen aber die altersschwachen französischen AKWs ersetzt werden und in Deutschland hofft die Atomindustrie auf einen Regierungswechsel und auf die Atomparteien in Wartestellung. Es ist weltweit erstaunlich, dass es auffallend häufig konservative Parteien sind, die gegen Mensch, Natur und Umwelt agieren.
Auch Fessenheim (F) könnte Standort für die neuen Reaktoren
werden, denn das bestehende Kernkraftwerk ist das Älteste in Frankreich und zwei neue Reaktoren passen in den jetzt schon existierenden "Zaun". Dies erklärt auch die psychohygienischen Maßnahmen der Fessenheim Betreiber im Jahr 2003. Dazu zählen die Großanzeigen in den regionalen Zeitungen, der Versuch sich mit einem zweifelhaften Umweltzertifikat (ISO 14001) zu schmücken und die Gründung des atomaren Umweltclubs "Au fil du Rhin".
Umweltzertifikat ISO 14001 für das AKW Fessenheim.
Viele Umweltschützer waren erstaunt als das französische Atomkraftwerk Fessenheim in Paris die "Umweltzertifizierung" nach ISO 14001 erhielt. Ein so genannter Umweltpreis für den Schutz von Fauna, Flora und Orchideen um das Kernkraftwerk, für Mülltrennung und für einen Umweltschutz-Notfallwagen bei nichtnuklearen Betriebsunfälen...
Mit den menschengefährdenden Problemen des Kernkraftwerks, d.h. mit den Fragen der atomaren Sicherheit, mit den Fragen der Sicherheit vor Flugzeugabstürzen, der Versprödung des Reaktordruckgefäßes, der ungeklärten Atommüllfrage und der ungeklärten Frage der Erdbebensicherheit beschäftigte sich die Zertifzierung nach ISO 14001 nicht.
Die "schützenswerten Orchideen" stehen auf dem bestbewachten Biotop der Regio. Wo irgendwann zwei neue Euroreaktoren von EDF und EnBW gebaut werden sollen, ist auf dem festungsartig eingezäunten Gelände für diese zwei weiteren AKWs ein wunderbares, gut bewachtes Biotop entstanden. Von der Hausmülltrennung und dem Orchideenschutz auf dem Werksgelände soll ein postiver Imagetransfer auf das ganze KKW ausgehen. So dient die ISO 14001 der Desinformation und Akzeptanzbeschaffung.
"au fil du rhin" Der atomare Umweltclub von EDF und EnBW
Mit der Gründung des so genannten Umweltvereins "Au fil du Rhin" (dt.: "Am Rhein entlang") in Fessenheim versuchen die beiden AKW Betreiber EDF und EnBW den Begriff der Nachhaltigkeit für sich zu besetzen und die Umweltbewegung zu spalten. Auch die Kampagne für den Euroreaktor EPR, der von Siemens und Framatome in Frankreich und bei einem Regierungswechsel auch in Deutschland gebaut werden soll, läuft genau wie "Au fil du Rhin" unter dem Deckmäntelchen der Nachhaltigkeit. Die "Nachhaltige Kernenergie" ist das Motto der neuen Atomkampagne. Mit Lockvogelangeboten und viel Geld sollen regionale Umweltorganisationen in diesen "neuen Umweltverband" gelockt werden, doch BUND und Alsace Nature lehnen die Mitgliedschaft in einer solchen Tarnorganisation der Atomindustrie ab. EDF und EnBW setzen auf Käuflichkeit der Umweltbewegung und der Menschen. Im Elsass verteilt die EDF bereits jetzt viel Geld an Gemeinden und Vereine, um Akzeptanz für das AKW Fessenheim zu kaufen. "Au fil du Rhin" soll Ähnliches im Bereich der Umweltgruppen und BIs schaffen. Doch langfristig ist "Au fil du Rhin" nur ein erster Auftakt einer gigantischen Desinformationskampagne. Ähnlich wie in den USA wird die Atomlobby langfristig auch im Elsass und in Baden industriegesteuerte Bürgerinitiativen gründen, wie das teilweise im Bereich der Anti-Windkraft-Bürgerinitiativen schon gelungen ist. In Sachen neue AKW und Europäischer Druckwasserreaktor geht es alleine in Frankreich um ein Geschäft von weit über 200 Milliarden Euro. Industriegesteuerte Bürgerinitiativen, verlogene Umweltzertifikate wie ISO 14001, Greenwash und Atompropaganda gehören da zur langsam anlaufenden Pro-Atom-Werbekampagne für die fast unbegrenzte Geldmittel zur Verfügung stehen.
Auch in der Schweiz hat die Debatte um neue Reaktoren
in Beznau, Mühleberg und Leibstadt begonnen. Der Schweizer Strom- und Atomkonzern Atel hat am 10. Juni 2008 beim Bundesamt für Energie ein Rahmenbewilligungsgesuch für ein neues Atomkraftwerk im Solothurner Niederamt eingereicht. Die Schweizer Allianz Stopp Atom und der BUND lehnen die Atompolitik der Atel ab. Die Schweizer Allianz Stopp Atom wird das Referendum gegen den Neubau von AKW in der Schweiz ergreifen. Das Schweizer Stimmvolk soll in letzter Instanz über das Rahmenbewilligungsgesuch entscheiden. Wenn bei Volksabstimmungen die AKW GegnerInnen nur einen Bruchteil der Finanzmittel der Atomlobby haben, dann kann die Atomindustrie solche Abstimmungen auch gewinnen, ist die undemokratische Lehre des letzten Jahres. Die wichtige und demokratiegefährdende Rolle des Geldes in der direkten Demokratie wird in der Schweiz erstaunlich wenig öffentlich thematisiert.
Was tun?
Engagement ist nötig. Der Kampagne der Betreiber muss Widerstand entgegengesetzt werden. Immer noch kaufen Millionen von umweltbewußten Menschen Produkte bei Siemens. Viele beziehen ihren Strom bei Atomkonzernen wie Eon, EnBW, RWE, Vattenfall, oder deren so genannten, "Umwelttöchtern". Das könnte sich bei der Einführung des Euroreaktors ändern, denn es gibt häufig günstigere atomstromfreie Alternativen wie die Elektrizitätswerke Schönau. Gewaltfreier Widerstand heißt aber immer auch Druck an den möglichen Standorten, Widerstand in Gorleben und Druck auf die Atomparteien und die verschlafenen Regierungsparteien in Deutschland. Grenzüberschreitende Aktionen und Zusammenarbeit sind nötiger denn je.
Es gilt aber auch, die Alternativen zu den rückwärts gewandten Projekten der Atomindustrie aufzuzeigen. Eine zukunftsfähige, nachhaltige und klimafreundliche Energiepolitik muss auf einer Kombination aus Dezentralität, Kraft-, Wärmekopplung, regenerativen Energiequellen und Energie sparen bestehen. Ohne eine auf Nachhaltigkeit ausgerichtete weltweite Wirtschaftspolitik, werden wir diesen Planeten aber mit und ohne Atomenergie gegen die Wand fahren. Mit den Euroreaktoren geht das dann nur ein wenig schneller.
Axel Mayer, BUND Geschäftsführer, Vizepräsident TRAS (Trinationaler Atomschutzverband)
Erstveröffentlichung: BUND Regionalverband Südlicher Oberrhein www.bund-freiburg.de
Aktueller Einschub
"Atomausstieg"
Die nach dem Supergau in Fukushima stillgelegten acht Atomkraftwerke Biblis A und B, Neckarwestheim 1, Brunsbüttel, Isar1, Unterweser, Philippsburg1 und Krümmel dürfen nicht wieder ans Netz.
Neun AKW gefährden auch in Zukunft Mensch, Natur und Umwelt. Sie strahlen weiter und gehen bis 2022 vom Netz: 2015 Grafenrheinfeld, 2017 Gundremmingen B, 2019 Philippsburg II, 2021 Grohnde, Brokdorf und Gundremmingen C. Im Jahr 2022 Isar II, Neckarwestheim II und Emsland. Der angefallene Atommüll wird noch ca. eine Million strahlen. Nach Tschernobyl und nach der Katastrophe in Fukushima noch Atomanlagen zu betreiben ist eine unverantwortliche Bedrohung allen Lebens.
Hier geht´s zu unserem aktuellen Beitrag zur Weltwirtschaftskrise
Hier geht´s zu unserem neuen Fessenheim-AKW-Video auf youtube
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Wie der französische Präsident Sarkozy durch Atomexporte an Gaddafi und Andere den Weltfrieden gefährdet
Der französische Präsident verkauft für die Atomkonzerne Areva und Siemens Atomkraftwaffen an Libyen, Marokko, Algerien, China...
Über zwei Jahrzehnte nach dem Reaktorunfall in Tschernobyl hat Herr Sarkozy die atomare Katastrophe vergessen oder verdrängt. (besser: Das Vergessen wurde/wird in Frankreich von einflussreichen Lobbygruppen gut organisiert) Staatspräsident Sarkozy hofiert den Ex Diktator und verkauft französische AKW und sorgt so für die Proliferation von Atomwaffen.
Eine mit dem Unfall von Tschernobyl durchaus vergleichbare Katastrophe für die Menschheit ist jedes neue Land, das mit Hilfe der so genannten friedlichen Nutzung der Atomenergie zum Atomwaffenstaat wird.
Doch der französische Präsident sieht sich als Außendienstmitarbeiter und Vertreter der französischen Atomkonzerne.
hier: Mehr Infos zu AKW und Atomwaffen
Jean Jacques Rettig (CSFR), Axel Mayer (BUND Regionalverband) 11.12.2007
CSFR Comité pour la Sauvegarde de Fessenheim et de la Plaine du Rhin,
BUND Regionalverband Südlicher Oberrhein
version français
Sarkozy, l'exportation du nucléaire et l'EPR: Le Président vend du nucléaire pour Areva à la Libye, au Maroc, à la Chine, à l'Algérie, et potentiellement ce qui en découle: l'arme atomique.
Comment le président français Sarkozy met en danger la paix dans le monde avec ses exportations nucléaires.
Le Président vend à la Libye, au Maroc, à la Chine, pour les groupes Areva et Siemens, du nucléaire civil qui peut, à tout moment, déboucher sur l'arme atomique.
Plus de deux décennies après l'accident de Tchernobyl, Monsieur Sarkozy a oublié ou refoulé la catastrophe. Cette "perte de mémoire" est savamment orchestrée et organisée par des groupes influents du lobby nucléaire.
Chaque nouveau pays qui, par le biais de l'industrie nucléaire dite civile et pacifique, devient un état nucléaire militaire, représente pour l'humanité une catastrophe tout à fait comparable à celle de Tchernobyl.
Mais le président français se considère comme un agent de diffusion, un représentant de commerce des groupes nucléaires français.
Jean Jacques Rettig (CSFR), Axel Mayer (BUND Regionalverband) 11.12.2007
Mehr Infos:
Atomkraftwerk - Atom - Info: Eine umfassende Information zu den Gefahren von AKW, KKW und Atomenergie

Fessenheim strahlt
EPR, Europäischer Druckwasserreaktor, neue AKW - Eine kurze Kritik
Fessenheim - Nucléaire - Danger
Katastrophenschutz & Notfallschutz & AKW
Schweiz: neue Atomkraftwerke und atomare Gefahren? (AKW, KKW, Kernkraftwerk)
Druckwasserreaktor - Kernreaktor - Atomreaktor
Siedewasserreaktor - Kernreaktor - Atomreaktor
Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke? Gefahren, Risiken und Profite
Au fil du rhin / aufildurhin / Entlang des Rheins: "grüngestrichener" Propagandaclub der EDF - EnBW
Wikipedia: AKW, KKW, Atomkraftwerk, Kernkraftwerk / Wiki: Die freie Enzyklopädie und die Macht der Atomlobby
AKW und Terrorgefahr
Die CDU und die CSU sind Atomparteien
FDP - Atompartei
Atomare Gefahren in Würenlingen: PSI, Plasmaofen, ZWILAG; Paul Scherrer Institut
Centrale nucléaire:
comment fonctionne un réacteur?
Nuclear-Power
Nuclear Power / Nuclear Energy: How does a pressurized water reactor work?
Kurzinfos zu allen deutschen AKW

AKW Biblis
AKW Brokdorf
AKW Brunsbüttel
AKW Emsland
AKW Grohnde
AKW Grafenreinfeld
AKW Gundremmingen
AKW Isar
AKW Krümmel
AKW Neckarwestheim
AKW Philippsburg
AKW Unterweser
Kurzinfos zu allen schweizer AKW

AKW Beznau
AKW Gösgen
AKW Leibstadt
AKW Mühleberg
AKW Lucens
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Neuer Reaktortyp missachtet internationale Standards
Greenpeace veröffentlicht Sicherheitsbewertung des EPR
Quelle